St. Ghislain

Google investiert 300 Millionen Euro in belgisches Rechenzentrum

10.04.2013
Das Google-Rechenzentrum in Belgien war das erste, in dem der Internet-Riese auf stromhungrige Kühlsysteme verzichtete.
Sonneuntergang über Kühltürmen und Wassertanks am Google-RZ bei St. Ghislain
Sonneuntergang über Kühltürmen und Wassertanks am Google-RZ bei St. Ghislain
Foto: Google

Stattdessen hält kaltes Wasser die Temperatur der Server unter Kontrolle. Das klappt so gut, dass Google die Anlage jetzt für viel Geld ausbaut. Dafür nimmt der kalifornische Internet-Konzern 300 Millionen Euro in die Hand. Das Rechenzentrum ging 2010 in Betrieb und beschäftigt derzeit 120 Menschen. Nach dem bereits begonnenen Ausbau dürften neue Mitarbeiter hinzukommen, erklärte der Internet-Konzern am Mittwoch.

Die Anlage bei St. Ghislain gehöre dank einer innovativen Wasserkühlung zu den sparsamsten Rechenzentren der Welt, betont Google. Die Wärmeentwicklung der Server ist ein zentrales Problem beim Betrieb von Rechenzentren. Normalerweise verschlingen Kühlsysteme viel Energie. In St. Ghislain wird die warme Luft stattdessen durch Kühlspulen mit Wasser geleitet, das aus einem nahegelegenen Kanal kommt. Inzwischen setzt Google auch anderswo auf ähnliche Ideen: Ein Rechenzentrum in Finnland nutzt zum Beispiel über einen Wärmetauscher das kühle Wasser im Finnischen Meerbusen.

Die Kosten der Erweiterung in Belgien gehen sogar über die ursprünglichen Ausgaben hinaus: Zum Bau-Beginn 2007 hatte Google eine Investition von 250 Millionen Euro angekündigt. Während des Ausbaus sollen bis zu 350 Ingenieure und Bauarbeiter beschäftigt werden. (dpa/tc)