Neue Code-Basis

Google Docs wird mehr "desktop-like"

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Auf seiner Cloud-Hausmesse "Atmosphere" hat Google seine neue Code-Basis für die gehostete Bürosuite "Google Docs" vorgestellt.
Der neue, kollaborative Grafik-Editor "Drawings" aus Google Docs
Der neue, kollaborative Grafik-Editor "Drawings" aus Google Docs

Die Google-Docs-Anwendungen sollen damit ihre bisherige Web-Anmutung weitgehend abschütteln und künftig stärker an Desktop-Software gemahnen. Dem fällt allerdings vorerst (genauer: ab dem 3. Mai) der Offline-Support zum Opfer, den Google allerdings möglichst rasch auf Basis von HMTL wiederherstellen will. Für Gmail/Google Mail und Google Kalender gilt diese Einschränkung übrigens nicht.

Mit der neuen Code-Basis erhalten die Docs-Editoren neue Features wie ein Lineal für Seitenränder und Tabstopps, bessere Aufzählungen und Listen und flexiblere Platzierung von Bildern. In Rechenblättern gibt es das "gewohnte" (= Microsoft Excel) Eingabefeld für Formeln, Autovervollständigung von Zellen, Verschieben von Spalten mit Drag and Drop und mehr.

Deutlich verbessert haben die Google-Entwickler auch den Import vorhandener Office-Dokumente. Deren Struktur soll nun besser erhalten bleiben, so dass beim Verlagern in die Cloud weniger Anpassungen fällig werden. Insgesamt soll Google Docs außerdem deutlich schneller arbeiten als bisher gewohnt - Voraussetzung dafür ist allerdings ein moderner Browser mit schneller JavaScript-Engine und Support für das bisherige HTML5-Rudiment.

Ebenfalls deutlich erweitert wurden die Docs-Fähigkeiten in punkto Team-Arbeit (neudeutsch "Collaboration). Bis zu 50 Nutzer gleichzeitig können künftig an einem Dokument arbeiten, die Änderungen der restlichen Bearbeiter à la Google Wave in Echtzeit mitverfolgen können. Außerdem lassen sich zukünftig auch Grafiken (Ablauf- und andere Diagramme) gemeinsam bearbeiten.

Die neuen Features werden in den kommenden Tagen zunächst als Vorschau sukzessive ausgerollt. Apps-Admins können sie im Control-Panel über den Schalter "Enable new pre-release features" freischalten. Nutzer können dann den neuen Editor auf der Seite "Document settings" aktivieren und erhalten für Tabellen den Link "New version" am oberen Seitenrand.