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Street-View-Widerspruchsfrist verdoppelt

Google beugt sich den deutschen Bedenkenträgern

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Google hat die Widerspruchsfrist für seinen 3D-Kartendienst von vier auf acht Wochen verlängert.

Es macht außerdem gegenüber dem zuständigen Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar weitere Konzessionen. Offenbar hatte der Internet-Konzern keine Lust mehr, weiter als Prügelknabe im Sommerloch dazustehen.

Mit den aus Google-Sicht vermutlich verschmerzbaren Zugeständnissen nimmt das Unternehmen zumindest vielen Politikern und sonstigen Street-View-Kritikern den meisten Wind aus den Segeln - Verbraucherministerin Aigner etwa hatte dem "Hamburger Abendblatt" gesagt, mit nur vier Wochen Widerspruchsfrist habe Google viele "Bürger überrumpelt". Damit besteht nun wieder Hoffnung, dass Street View doch noch wie lange geplant und angekündigt auch in Deutschland noch in diesem Jahr an den Start gehen kann.

Andererseits verstärkt sich durch die heutigen Ankündigungen der Eindruck, dass Google mit neuen Produkten und Diensten immer öfter zunächst unbotmäßig vorprescht, dafür dann öffentlich Prügel bezieht und schließlich einen Rückzieher macht beziehungsweise machen muss. Google sollte aufpassen, dass das nicht zum Image wird.