Google Mail, Google Talk, Google Docs, Google Kalender

Google beendet die Beta-Phase

07.07.2009 | von Sascha Alexander 
Der Suchmaschinenprimus macht Schluss mit dem Beta-Stadium einiger seiner Dienste. Es soll ein Signal an Geschäftskunden sein.

Es war beinah zu einem Markenzeichen von Google geworden, seine immer zahlreicheren Dienste als dauerhafte Beta-Versionen herauszubringen. Anders als bei der traditionellen Softwareentwicklung stand das Beta indes nicht unbedingt für ein unfertiges oder noch zu testendes Produkt, sondern schien einfach zum Lifestyle eines sich ständig weiter entwickelnden Web 2.0 zu passen. So hatte beispielsweise der E-Mail-Dienst Gmail (hierzulande Google Mail) seit seinem Start im Jahr 2004 dieses Label getragen, was jedoch die in die Millionen gehenden Web-Nutzer bis heute kaum gestört hat.

Dennoch hat Google am Dienstag das Beta-Label von Gmail entfernt. Ebenso sind die Anwendungen Google Calendar, Google Docs und Google Talk nun Vollversionen. Doch warum nun dieser Schritt? "Wir hatten keine klaren Regeln und Definitionen dafür, was Beta eigentlich bedeuten soll", räumte jetzt Matt Glotzbach, Produktmanager bei Google, gegenüber der New York Times ein. Man habe daher den Wunsch verspürt, hier einheitliche Verfahren zu etablieren.

Google Apps gegen Microsoft Office

Für Web-Anwender hat dieser Strategiewechsel zunächst keine Bedeutung, doch vermuten Marktbeobachter hinter der Entscheidung handfeste wirtschaftliche Interessen des Suchmaschinenprimus: Eine Vollversion könnte die Kommerzialisierung der Produkte erleichtern, die Google mit seinen "Google Apps" insbesondere gegen Microsoft und dessen Office-Bürosuite in Stellung gebracht hat. Ein Ende der Betaphase würde die Anwendungen aufwerten und vielleicht manchen noch skeptischen Unternehmenskunden überzeugen, so das Kalkül. "Für Geschäftskunden ist es ein wichtiges Zeichen, dass die Produkte reif und für den Unternehmenseinsatz geeignet sind" sagte Glotzbach, "ich habe immer wieder CIOs getroffen, die mir erklärten, Beta-Produkte nicht zu akzeptieren."

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