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Wo bleibt das Social Networking?

Google Apps ist irgendwie so Enterprise 1.0

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Wir wollen jetzt nicht mit "Enterprise 2.0" die Buzzword-Sau durchs Dorf treiben, aber es fällt auf: Googles gehosteter Programmsammlung "Apps" fehlen Collaboration-Features.

Social Networking im Unternehmen liegt im Trend. Das haben nicht nur spezialisierte Nischen-Player wie Socialtext, Box.net oder Jive Software, sondern auch Branchenschwergewichte wie die IBM ("Lotus Connections") und Microsoft (Partnerschaft mit NewsGator für den "SharePoint Server") längst erkannt. Mitarbeiter in Unternehmen schätzen inzwischen Facebook-artige Lösungen für Zusammenarbeit und Kommunikation - genauso wie Blogs, Wikis oder RSS hat die neue Technik zuerst bei Consumern gezündet und breitet sich nun auch im Enterprise aus.

Google Apps: Bislang vor allem E-Mail und Document Sharing
Google Apps: Bislang vor allem E-Mail und Document Sharing

Nicht so Google, dessen Apps sich bis dato vor allem auf E-Mail-Kommunikation und Document Sharing fokussieren. Kontakt- und Aufgabenverwaltung der Mietsoftware lassen noch einiges zu wünschen übrig, von Social Networking ganz zu schweigen.

Google entwickelt seine Unternehmenslösungen zumeist aus den hauseigenen Endkundendiensten heraus, und so gibt es für Apps-Admins zumindest einen Silberstreif am Horizont. Denn Google betreibt mit Orkut bereits ein eigenes soziales Netzwerk (auch wenn dieses nicht überall auf der Welt sonderlich populär ist) und gestattet außerdem Inhabern eines Google-Kontos das Anlegen persönlicher Profile.

Daraus sollte sich eigentlich ohne großen Aufwand auch eine Enterprise-Social-Networking-Komponente für Apps stricken lassen. "Ich bin sicher, dass sie in diese Richtung gehen werden", sagt die Forrester-Analystin Sheri McLeish. Eine Sprecher von Google wollte sich gegenüber dem "IDG News Service" allerdings nicht zu dem Thema äußern.

Expertin McLeish wittert hier ein größeres Problem bei der Produktentwicklung von Google Apps. "Google ist bei Apps irgendwie in alle Himmelsrichtungen zerstreut", wundert sich die Forrester-Frau. "Was die Verzahnung all dieser Anwendungen angeht, haben sie das noch nicht wirklich zusammengebracht."