ERP-Modernisierung

Görtz führt Microsoft Dynamics AX ein

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Der Hamburger Schuhhändler Görtz feiert nächstes Jahr das 140-jährige Bestehen. Bis 2016 will das Unternehmen seine bisherige ERP-Individualsoftware ablösen.

Und zwar durch die Standardsoftware "Dynamics AX" von Microsoft, ergänzt durch ein spezielles "Fashion"-Modul vom Microsoft-Partner Circon, der auch bei der Einführung unterstützt. Das Ganze wird gehostet, und zwar einer Mitteilung zufolge in einer Private Cloud bei einem von Microsoft empfohlenen Rechenzentrum. Erreichen will Görtz mit der Modernisierung vor allem eine Anpassung seines Warenwirtschaftssystems sowie die systemseitige Integration von Funktionen und Prozessen für die Filialen (davon haben die Hamburger rund 170 mit etwa 3100 Mitarbeitern).

Görtz-Ladengeschäft in der Fußgängerzone Hannover
Görtz-Ladengeschäft in der Fußgängerzone Hannover
Foto: Görtz

Die Einführung startet gerade; zum 1. Januar 2016 soll das Gesamtsystem live und produktiv laufen. Zuerst werden die Zentrale in Hamburg und das Zentrallager in Norderstedt mit zusammen rund 150 Arbeitsplätzen mit dem neuen System ausgestattet, die einzelnen Filialen folgen zu einem nicht genannten späteren Zeitpunkt. Die Zuschaltung des Finanzmoduls ist für Anfang 2015 vorgesehen. Das Altsystem laufe "zur Sicherheit" parallel mit und solle später nach und nach ohne Produktivitätseinbußen abgeschaltet werden, heißt es weiter.

Mit dem neuen System hofft Görtz dann eine Multi-Channel-Strategie umsetzen zu können, welche die Vorteile des stationären Handels mit denen von E-Commerce verbindet. "Wir werden unsere Kunden künftig über alle Kanäle einheitlich betreuen und bedienen können, weil auch die Filialen mit ihren Beständen und das Zentrallager ans System angeschlossen sind", sagt Christoph Fülscher, Bereichsleiter IT bei Görtz. Der Kunde profitiere von der Multi-Channel-Strategie mit einer wesentlich verbesserten Verfügbarkeit von Schuhen und Accessoires seiner Wahl, weil hinter jeder der 170 Filialen und hinter dem Online-Store goertz.de nur noch ein zentral verwaltetes Lager stehe. Im alten ERP-System habe man ein Säulenmodell der einzelnen Kanäle und Handelsmarken gehabt, die parallel nebeneinander liefen, aber nicht miteinander verbunden waren.