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Interne Netzprobleme

GoDaddy-Kollaps war doch kein Hack

12.09.2012
Bei einem der größten Internet-Unternehmen in den USA waren zahllose Web-Auftritte stundenlang offline.
GoDaddy ist mit 53 Millionen betreuten Domains nach eigenen Angaben der größte Webhoster weltweit.
GoDaddy ist mit 53 Millionen betreuten Domains nach eigenen Angaben der größte Webhoster weltweit.
Foto: GoDaddy

Ursache sei nicht ein Hacker-Angriff, sondern eine "Kette interner Netzwerkereignisse" gewesen, erklärte die Firma GoDaddy. Millionen von Webseiten waren stundenlang offline, E-Mail-Konten nicht mehr erreichbar: Der Internet-Anbieter GoDaddy kam nach einer Untersuchung zu dem Schluss, dass die Megapanne nicht etwa durch einem Hacker-Angriff, sondern von internen technischen Problemen verursacht worden sei. Das Unternehmen entschuldigte sich am Dienstag bei seinen Kunden.

"Eine Kette interner Netzwerkereignisse" habe die Datenbank für das Verfolgen von Internetadressen zerschossen, erklärte GoDaddy. "Es war kein Hacker-Angriff und keine Denial-of-Service-Attacke." Der Dienst sei nach sechs Stunden wiederhergestellt worden, Daten von Kunden seien nicht beschädigt worden.

GoDaddy betreut mehr als 53 Millionen Internet-Adressen und ist damit nach eigenen Angaben der weltweit größte Web-Hoster - so werden die Vermieter von Speicherplatz für die Einrichtung von Internet-Auftritten bezeichnet. Auf den Servern von GoDaddy liegen ganz unterschiedliche Webangebote, darunter auch zahlreiche kleinere Online-Shops.

Ausgefallen war am Montag der DNS-Dienst von GoDaddy: Das Domain Name System (DNS) verbindet die Internet-Adressen mit den Servern, auf dem die entsprechenden Daten liegen. Mehrere Experten äußerten die Einschätzung, es habe sich vermutlich um eine DDoS-Attacke gehandelt. Bei einem solchen Angriff mit der Bezeichnung Distributed Denial of Service wird ein Internet-Rechner so lange mit sinnlosen Datenpaketen überflutet, bis er von der Masse überwältigt wird und nicht mehr erreichbar ist.

"Das kann jedem Provider passieren", sagte der Technik-Chef des Berliner Web-Hosters Strato, René Wienholtz. Allerdings sei es üblich, gerade den kritischen DNS-Dienst besonders abzusichern, indem dieser auf mehrere Rechner verteilt werde. Auch müsse sichergestellt werden, dass der Kunde die Möglichkeit habe, einen alternativen DNS-Server für seinen Web-Auftritt anzugeben. (dpa/tc)