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Global Crossing bietet neue IP-Dienste

12.06.2006
Mit zusätzlichen VoIP- und VPN-Services verspricht der Netzbetreiber Carrier- und Enterprise-Kunden mehr Bandbreite, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit.

Der "VoIP On-Net Plus Service", den Global Crossing nun anbietet, soll es Unternehmen ermöglichen, unterschiedliche Telefonienetze protokollübergreifend zusammenzuschließen und so ihren Daten- und Sprachverkehr vollständig über ein einziges IP-Netz abzuwickeln - unabhängig von der vorhandenen Vor-Ort-Ausrüstung. Dabei wird Cross Protocol Routing unterstützt, eine VoIP-Verbindung kann demnach entweder über das IP- oder das traditionelle Time Division Multiplexing (TDM)-Protokoll aufgebaut werden.

Einen Schritt weiter geht "VoIP Community Peering", ein neues Global-Crossing-Tool zum Aufbau geschlossener VoIP-Strukturen über die Unternehmensgrenzen hinweg. Anrufe vo oder zu einem angeschlossenen Partner werden dann nicht über das öffentliche Telefonnetz geroutet, sondern direkt über Global Crossings kostengünstigeres IP-Netz. Voraussetzung ist allerdings, dass der Partner Nutzer des VoIP On-Net Service ist.

Im Bereich VPN-Services (virtuelle private Netze) bietet Global Crossing gleich drei Verbesserungen an: Mit "iMPLS Option B" lassen sich laut Anbieter mehrere Partner-Netze zu einem Netz zusammenschließen - und das über die Grenzen unterschiedlicher Provider hinweg. Für eine bessere Auslastung des Netzes sorgt das Multiple-Link-Point-to-Point-Protokoll, kurz MLPPP. Das Protokoll verbessert den Transport der einzelnen Datenpakete, indem es längere Pakete zerlegt und am Bestimmungsort wieder zusammensetzt. Classes of Service (CoS)- und Quality of Service (QoS)-Vereinbarungen bleiben dabei bestehen. In die gleiche Richtung schlägt das compressed Realtime Transport Protocol (cRTP): Das Protokoll komprimiert die Header der Datenpakete und schafft dadurch freie Kapazitäten im Netz. Laut Global Crossing lassen sich somit zwischen 20 und 60 Prozent mehr VoIP-Gespräche parallel über eine Verbindung führen.

Angesichts der zunehmenden Netzauslastung hat Global Crossing inzwischen die Kapazität seines weltumspannenden IP-Backbones mehr als vervierfacht. Zum Einsatz kommen dabei neue Plattformen mit Juniper T-640-Routern. Die Netzknoten des so genannten Supercores verfügen nun über Mehrfach-10-Gigabit-Ports.

Dass Bedarf an leistungsfähigen Netzen besteht, zeigen die Zahlen des Marktforschungsunternehmens Telegeography. Demnach ist der globale IP-Datenverkehr in den Jahren 2004 und 2005 insgesamt um 49 Prozent gestiegen. "In unserem Netz", so Anthony Christie, Chief Marketing Officer bei Global Crossing, "betrug das Wachstum in diesem Zeitraum 65 Prozent. Und für das erste Quartal 2006 verzeichnen wir ein Wachstum von weiteren 26 Prozent." (mb)