Restrukturierung

Gigaset konzentriert sich auf Voice

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Gigaset Communications, vormals Siemens SHC, will sich auf das profitable Kerngeschäft mit Schnurlostelefonen fokussieren. 293 Mitarbeiter müssen gehen.
Das aktuelle Gigaset-Topmodell 'SL780'
Das aktuelle Gigaset-Topmodell 'SL780'

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung will sich Gigaset von seinem Geschäft mit Breitbandausrüstung wie DSL-Routern trennen, erklärte Georg Sahnen, Leiter Public Relations, gegenüber "Computerwoche.de". Dieses Business sei im vergangenen Jahr schlecht gelaufen und habe Gigaset insgesamt einen Verlust von zehn bis 15 Millionen Euro eingebracht.

Gespräche über einen Verkauf der Breitband-Sparte laufen laut Sahnen, Namen von Interessenten könne man zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht nennen. Gigaset, derzeit mehrheitlich im Besitz der Starnberger Buyout-Gesellschaft Arques, wolle sich künftig auf profitable Märkte konzentrieren und auch im Ausland die Marke Gigaset stärker positionieren (in Deutschland steht ohnehin in jedem zweiten Haushalt ein Gigaset-Telefon).

Die Neuausrichtung erfordere, so Sahnen weiter, auch Personalmaßnahmen, über die die Belegschaft zur Stunde in Bocholt und München informiert wird. Voraussichtlich 293 Mitarbeiter - aktuell beschäftigt Gigaset noch 2100 Menschen - müssen gehen. Gut 150 wechseln in Altersteilzeit zur früheren Mutter Siemens oder gehen durch Fluktuation, der Rest soll über freiwillige Regelungen ausscheiden. Die meisten Stellen fallen am Produktionsstandort in Bocholt weg, rund 30 aber auch in Verwaltung und Management am Firmensitz München.