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Gewinn von Fujitsu-Siemens kollabiert

16.10.2006
Die Umsätze steigen zwar, aber nur um magere sieben Prozent.
FSC-Chef Bernd Bischoff muss Kosten drücken oder Margen steigern.
FSC-Chef Bernd Bischoff muss Kosten drücken oder Margen steigern.
Foto: Fujitsu Siemens

Die Absatzkrise des deutschen PC-Markts schlägt voll auf den Gewinn des Marktführers Fujitsu-Siemens (FSC) durch. In den ersten sechs Monaten (April bis September) des laufenden Fiskaljahres erzielte das Unternehmen einen operativen Profit von 18 Millionen Euro. Abzüglich der Restrukturierungskosten in Höhe von 14 Millionen Euro errechnet sich ein Vorsteuergewinn von vier Millionen Euro. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es noch 27 Millionen Euro gewesen.

Im Vergleich dazu entwickelte sich der Umsatz relativ gut: Die Einnahmen stiegen von 2,9 Milliarden Euro im Vorjahr auf 3,1 Milliarden Euro. Der Zuwachs um sieben Prozent lässt allerdings auf ein schlechtes Geschäft im Heimatmarkt schließen, denn die Einnahmen mit Produkten in der Region Central Eastern Europe kletterten um stattliche 34 Prozent. FSC nannte sinkende Verkaufspreise und Margen, Überkapazitäten im Channel durch volle Lager aus dem Weihnachtsgeschäft sowie die Einführung der EU-Richtlinie RoHS zum Verbot gefährlicher Substanzen in PCs als Gründe für die schwache Entwicklung. Im zweiten Quartal 2006 verzeichnete der deutsche PC-Markt laut Gartner einen Rückgang der verkauften Systeme um vier Prozent.

Ein Einsparungs- und Restrukturierungsprogramm soll nun das profitable Wachstum sicherstellen. FSC plant eigenen Angaben zufolge bis März 2007 in seiner Vertriebsregion Europa, Naher Osten und Afrika weiterhin eine starke "Kostenkontrolle", die auch die Aufwendungen für das Personal betrifft. In diesen Wochen verhandelt das Management mit Arbeitnehmervertretern, um die Wochenarbeitszeit der Belegschaft zu steigern. Gleichzeitig sollen Stellen in der Produktion abgebaut werden. Für das zweite Fiskalhalbjahr rechnet das Unternehmen mit einer leicht anziehenden Nachfrage. Allerdings muss sich der Vertrieb gehörig anstrengen, um das alte Ziel einer Umsatzsteigerung von zehn Prozent im Gesamtjahr zu erreichen. (ajf)