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Gesundheitskarte kostet mehr als drei Milliarden Euro

02.11.2004

MÜNCHEN (Computerwoche) - Die tatsächlichen Investitionen für die Gesundheitskarte werden die veranschlagten 1,4 bis 1,8 Milliarden Euro vermutlich weit überschreiten. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) heute morgen meldete, könnte sich der finanzielle Gesamtaufwand auf bis zu 3,4 Milliarden Euro summieren. In den bisherigen Schätzungen seien die Kosten für die Aufrüstung der Computersysteme in Arztpraxen, Kliniken und Apotheken vernachlässigt worden.

Neben Terminproblemen und datenrechtlichen Diskussionen droht dem Vorhaben nun auch ein finanzielles Debakel. Laut FTD schließt die Kostenkalkulation des Bundesgesundheitsministeriums nur die Ausgaben der Krankenkassen ein, nicht aber die Investitionen auf der Anwenderseite. Allein für die IT-Ausstattung der Kliniken müssten die Träger nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) insgesamt 1,4 Milliarden Euro aufbringen. Hinzu kämen einer Studie des Industriekonsortiums Bit4Health zufolge bis zu 10.000 Euro pro Arzt- oder Zahnarztpraxis - Ausgaben, die teilweise von den Kassen vergütet werden sollen. Schließlich fielen 7,5 Millionen Euro für die Einführung von etwa 300.000 elektronischen Arztausweisen sowie acht Millionen Euro im Jahr für die damit verbundenen Betriebskosten an.

Das Gesundheitsministerium halte an seinen Schätzungen fest, teilte die FTD mit. Mit Mehrkosten rechne man dort nur, wenn das Gesamtvorhaben um zusätzliche Funktionen wie die elektronische Patientenakte erweitert werde. (qua)