Connected Car vs. Bußgeld & Fahrverbot

Geschwindigkeitskontrolle im Ford S-Max

Florian Maier beschäftigt sich mit dem Themenbereich IT-Security und schreibt über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C. Daneben ist er für den Facebook- und LinkedIn-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
Autobauer Ford hat eine neue Technologie vorgestellt, die Geschwindigkeitsbegrenzungen automatisch erkennen und für deren Einhaltung sorgen soll.

Wer geschäftlich viel mit dem Auto unterwegs ist, kennt diese Situation: Die Zeit ist mal wieder knapp, der Kopf voller Gedanken, da ist es auch schon passiert - Geblitzt! Besonders nach der neuerlichen Reform von Punktesystem und Bußgeldkatalog können Geschwindigkeitsüberschreitungen viel Geld und Nerven kosten. Damit will US-Autobauer Ford nun Schluß machen. Er verspricht das "mögliche Ende für Strafzettel wegen Geschwindigkeitsüberschreitung".

Gelingen soll das mit dem "Intelligent Speed Limiter", einem intelligenten Fahrsicherheits-Assistenzsystem das Geschwindigkeitsbegrenzungen über eine Verkehrsschild-Analyse automatisch erkennt und "umsetzt". Das erste Modell, bei dem der neue Assistent zur Anwendung kommt ist die aktuelle Generation des Minivans "S-Max".

Das erste Ford-Fahrzeug, das mit dem "Intelligent Speed Limiter" ausgestattet werden kann, ist der Minivan S-Max.
Das erste Ford-Fahrzeug, das mit dem "Intelligent Speed Limiter" ausgestattet werden kann, ist der Minivan S-Max.
Foto: Ford

Bußgeld und Fahrverbot mit neuer Technologie vermeiden

Die neue Technologie soll Fahrern helfen, Bußgelder wegen zu schnellen Fahrens zu vermeiden. Der Fahrer des Ford S-Max legt eine Höchstgeschwindigkeit für sein Fahrzeug fest - der intelligente Geschwindigkeitsbegrenzer passt diese dann automatisch über eine Verkehrsschilderkennung an die Erfordernisse an. Die Verkehrsschilder werden über eine Kamera erfasst, die hinter der Windschutzscheibe in das Armaturenbrett integriert ist. Dabei werden nicht nur Geschwindigkeits-Restriktionen, sondern zum Beispiel auch Überholverbote erkannt. Alle relevanten Informationen werden auf dem digitalen Instrumenten-Display im Cockpit des Minivan angezeigt.

Das Abbremsen des Fahrzeugs geschieht dabei nicht über einen Eingriff in das Bremssystem. Stattdessen wirkt der Intelligent Speed Limiter auf das Drehmoment und die Kraftstoff-Zufuhr des Motors ein. Sollte das Fahrzeug - beispielsweise auf abschüssigen Straßen - das Geschwindigkeits-Limit dennoch überschreiten, informiert ein Warnton den Fahrer. Wer trotzdem schneller als erlaubt fahren möchte, kann das neue System im S-Max jedoch mit einem beherzten Tritt auf das Gaspedal außer Kraft setzen.

Fahrzeuge mit integriertem Navigationssystem können den Intelligent Speed Limiter auch mit GPS-Daten füttern. Das dürfte vor allem in ländlicheren Gegenden hilfreich sein, die über keine ausgeprägte Verkehrsschild-Dichte verfügen.

Intelligent Speed Limiter vorerst nur in Europa

Wie Ford gegenüber der Computerwoche-Schwesterpublikation aus den USA, der "Computerworld" preisgibt, debütiert die neue Sicherheits-Technologie vorerst nur in Europa - ein zukünftiger Launch auf dem US-Markt ist aber nicht ausgeschlossen: "Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Ford sucht stets nach neuen Wegen das Autofahren für unsere Kunden einfacher und sicherer zu machen. Wir haben auf den Wunsch unserer europäischen Kunden nach einer Technologie reagiert, die Verkehrsschilder und Geschwindigkeitsbegrenzungen automatisch erkennt. Dieses neue Feature ist nun Teil unseres Portfolios. Wir werden die Marktsituation und Nachfrage in den USA genau analysieren. Je nach Bedarf werden wir den Intelligent Speed Limiter dann auch in anderen Regionen implementieren."

Neben dem neuen Geschwindigkeits-Assistenzsystem bietet Ford zahlreiche andere Technologien in seinen Fahrzeugen an, die semiautonomes Fahren ermöglichen. Hierzu gehören etwa ein Spurhalte-Assistent, ein Totwinkel-Warnsystem, ein Einpark-Assistent oder ein Fußgänger-Erkennungs-System.