Online-Videoplattform

"Germany's Gold" wird nicht realisiert

16.09.2013
Mit "Germany's Gold" wollten ARD und ZDF auf die Fernsehnutzung in Internet-Zeiten reagieren. Doch das "Video on Demand"-Projekt wird eingestellt - noch bevor es online gehen konnte.

Die von ARD und ZDF geplante Online-Plattform für Filme, Serien und Dokumentationen geht nicht an den Start. Die seit November 2011 laufende Überprüfung des Projekts durch das Bundeskartellamt habe ergeben, dass sich das Vorhaben für "Video on Demand" (VoD) in der geplanten Form nicht umsetzen lasse, teilten der WDR und das ZDF am Montag mit. Alternative Modelle, die den Bedingungen des Kartellamts entsprächen, hätten keine wirtschaftlichen Chancen.

Über "Germany's Gold" wollten die öffentlich-rechtlichen Sender deutsche TV- und Filmproduktionen der vergangenen 60 Jahre auf Abruf anbieten. Neben ARD und ZDF waren an dem Projekt private Produktionsfirmen und Rechteinhaber wie Bavaria, Brainpool, Beta Film, MME Moviement und Zieglerfilm beteiligt.

Andreas Mundt, Chef des Bundeskartellamts in Bonn
Andreas Mundt, Chef des Bundeskartellamts in Bonn
Foto: Bundeskartellamt

Bereits im März hatte das Bundeskartellamt Bedenken geäußert. Das digitale Angebot "Germany's Gold" hätte in der bisherigen Planung zur Folge, dass die Preise und Auswahl der Videos miteinander koordiniert würden. Die Mediathek und die Produktion der Inhalte wären gebührenfinanziert und könnten schon deswegen eine Verfälschung des Wettbewerbs auf dem Video-On-Demand-Markt auslösen.

In Zeiten veränderter Mediennutzung und einer Fragmentierung des Angebots wäre ein Portal wichtig gewesen, das Filme, Dokus und Serien auch jenseits der klassischen TV-Ausstrahlung zugänglich macht, erklärten die Partner von "Germany's Gold".

Das Kartellamt hatte ein ähnliches Projekt von RTL und der ProSieben-Gruppe mit der Begründung gekippt, die beiden Konzerne beherrschten bereits den TV-Werbemarkt in Deutschland. (dpa/tc)