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Gerhard Schmid bringt Mobilcom erneut in Bedrängnis

04.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Bundeswirtschaftsministerium beschuldigt Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid, er habe den Vertragstext für die Übertragung seiner Firmenanteile an einen Treuhänder einseitig geändert. Presseberichten zufolge weigerte sich die Regierung daher, ebenfalls zu unterzeichnen. Damit geht das Spektakel um den angeschlagenen Mobilfunkanbieter die nächste Runde.

Noch Freitagmittag standen die Zeichen für ein Happy-End für den Büdelsdorfer Mobilfunkanbieter Mobilcom günstig: Die Gläubigerbanken gewährten dem finanziell stark angeschlagenen Unternehmen eine weitere Stundung der 4,7 Milliarden Euro hohen Kreditlinie bis zum 15. November. Zuvor hatte der ehemalige Kooperationspartner France Télécom erneut zugesagt, Mobilcom-Schulden in Höhe von rund sieben Milliarden Euro zu übernehmen. Voraussetzung sei allerdings der Rücktritt von weiteren Forderungen. Um einer gütlichen Einigung nicht im Wege zu stehen, hatte sich der ehemalige Vorstandsvorsitzenden Gerhard Schmid bereit erklärt, seinen gut 50-prozentigen Anteil an Mobilcom einem Treuhänder zu übertragen. Mit diesem Schritt wollte der Firmengründer einem Konsens der beiden Unternehmen nicht mehr im Wege stehen. Wegen des Vorwurfs der Bundesregierung verzögert sich nun eine anstehende Einigung, während Mobilcom gleichzeitig

das Geld auszugehen droht. Schmid wies die Kritik der Regierung am Samstag zurück. Der Vertrag erfülle alle Bedingungen der Bundesregierung und gebe auch ihm die notwendige Sicherheit, erklärte er. (mb)