Linux-Wochenrückblick

Geldsegen für Xamarin und Debüt von Linux Mint 13

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Xamarin hat eine gewaltige Finanzspritze erhalten. Die Entwickler von Linux Mint lassen die KDE-Edition der beliebten Distribution debütieren.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen der Kalenderwoche 30 in Sachen Linux und Open-Source. Wer noch einen alten Rechner zu Hause hat, kann diesem mit dem Debian-basierten antiX wieder neues Leben einhauchen. Die neueste Version bringt schon Kernel 3.5 mit sich, der ebenfalls vor kurzem debütierte.

Freunde der Fotografie dürfen sich über eine aktualisierte Ausgabe der digitalen Dunkelkammer für Linux Darktable freuen. Mit einer Mixtur aus Lubuntu 12.04 und Linux Mint geht Peppermint OS Three an den Start.

Xamarin mit 12 Millionen US-Dollar unterstützt

Bessere Apps schneller erstellen ist das Motto von Xamarin, die hinter dem Mono-Projekt stehen. Nun ist Charles River Adventures, Ignition Partners und Floodgate mit insgesamt zwölf Millionen US-Dollar eingestiegen.

Mono ermöglicht es, C#-Apps für iOS und Android zu schreiben. Laut eigener Aussage haben mehr als 150.000 Entwickler Xamarin benutzt. Die Zahl ist deswegen beeindruckend, weil die Firma erst vor ungefähr einem Jahr gegründet wurde. Ebenso habe man 7500 zahlende Kunden und die Firma ist bereits auf 35 Mitarbeiter angewachsen.

Linux Mint 13 "Maya" KDE-Edition

Die KDE-Ausgabe von Linux Mint 13 liefert KDE 4.8 als Desktop-Umgebung. Dadruch befinden sich QtQuick-basierte Plasma-Widgets und Verbesserungen bei Kwin, Dolphin und Kate an Bord.

Wie bei der Haupt-Distribution und der Xfce-Ausgabe sind Bilder von einem irischen Künstler als Wallpaper enthalten. Auch die KDE-Version verwendet Yahoo! per Standard als Suchmaschine. Hier fließt ein Teil der Werbeeinnahmen zurück an das Mint-Projekt.

Linux Mint 13 basiert auf Ubuntu 12.04 "Precise Pangolin" und beinhaltet somit Kernel 3.2.Weitere Informationen gibt es in der offiziellen Ankündigung, wo sich auch die Download-Links befinden.

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Linux-Kernel 3.5

Mit der Veröffentlichung von Linux-Kernel 3.5 ist gleichzeitig das Merge-Fenster für Version 3.6 offen. Zu den Highlights von Linux-Kernel 3.5 gehört ext4 metadata checksums. Damit soll wie bei Dateisystemen wie ZFS und Btrfs mittels Checksummen die Integrität des Dateisystems sichergestellt werden.

Umstritten ist suspend blockers, das ein Merge aus dem Android-Code ist. Damit versucht das System immer möglichst viele Komponenten des Systems in einen Ruhezustand zu versetzen. Strom wird lediglich für das Auffrischen des Speichers und die Komponenten verwendet, die das System wieder aufwecken sollen. Den Quellcode des neuesten Linux-Kernel finden Sie auf kernel.org.

antiX 12 RC2

antiX basiert auf Debian Testing und wird speziell für den Einsatz auf alten und ausgemusterten Rechnern entwickelt. Als Minimalanforderungen geben die Entwickler einen PII 266, 64 MByte RAM und 128 MByte Swap-Speicher an. 128 MByte Arbeitsspeicher sind jedoch empfohlen. Wollen Sie nicht die Live-CD verwenden, sondern das Betriebssystem installieren, sind außerdem 2,2 GByte Festplattenplatz notwendig.

Der zweite Veröffentlichungs-Kandidat ist laut Aussage der Entwickler bereits für 99 Prozent aller Anwender tauglich. antiX 12 gibt es in den Variationen full, base und core. Die full-Version beinhaltet fünf Fenster-Manager und IceWM ist der Standard. Für Büro-Arbeiten ersetzt LibreOffice Abiword und Gnumeric.

Die core-Version enthält gar keine X-Umgebung und einen Installations-Assistenten gibt es nur für die Kommandozeile. base liegt irgendwo in der Mitte. Dort sind beispielsweise Iceweasel 10 und eine einfache Version des antiX-Kontrollzentrums vorhanden. Alle Versionen benutzen Linux-Kernel 3.5.0 und wurden mit den Debian-Testing-Repositories vom 23. Juni 2012 abgeglichen. ISO-Abbilder von antiX 12 gibt es bei sourceforge.net.

Darktable 1.0.5

Darktable 1.0.5 ist eine Wartungs-Version der digitalen Dunkelkammer für Linux. Die Entwickler haben diverse Speicherlecks bereinigt und andere Fehler ausgebügelt. Den Quellcode für Darktable 1.0.5 gibt es bei sourceforge.net. Ubuntu-Anwender oder Nutzer dessen Derivate können auf PPAs zurückgreifen, die für Lucid Lynx, Natty Narwhal, Oneiric Ocelot und Precise Pangolin zur Verfügung stehen.

RawSpeed wurde ein Update auf Version r438 und LibRaw eines auf 0.14.7 spendiert. Es gibt Weißabgleichvoreinstellungen für nachfolgende Kameras: Nikon Coolpix P7100, Panasonic GF3, Canon EOS 7D und Canon EOS 350D.

Standard-Farb-Rastermuster sind für die Kameras Canon EOS 650D, Canon EOS 5d Mark III, Canon EOS 1D X, Canon PowerShot G1 X, Canon PowerShot SX220, Nikon D3200, Nikon D4, Nikon D800, Olympus E-M5, Panasonic GF5, Sony SLT-A37/A57, Leica X1/X2 und Sony DSC-RX100 enthalten.

Peppermint OS Three mit GWoffice

Peppermint OS Three ist die erste Linux-Distribution, die GWoffice per Standard ausliefert. Das ist ein Desktop-Client für Google Docs, der sich zwar noch im Beta-Stadium befindet, aber schon ganz gut funktioniert. GWoffice funktionert auch unabhängig von Chromium.

In Sachen GIMP halten sich die Entwickler nicht an das Repositorium von Ubuntu 12.04. Anstelle von GIMP 2.6 ist bereits Version 2.8 mit Einzelfenstermodus enthalten. Den Update-Manager haben sich die Entwickler von Linux Mint geborgt. Laut eigener Aussage gab es bei Peppermint OS Two Probleme mit dem Aktualisierungs-Manager von Ubuntu. (ph)