Gartner

Geld verdienen mit Apps wird immer schwieriger

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Die Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner erwartet, dass im Jahr 2018 weniger als 0,01 Prozent aller mobilen Consumer-Apps für ihre Entwickler auch ein finanzieller Erfolg werden.

Statt sich durch die Unmengen von Apps in den Stores zu wühlen, würden die Verbraucher sich beim Entdecken neuer Progrämmchen zunehmend auf Empfehlungs-Engines, Freunde, Soziale Netzwerke sowie Werbung verlassen, schreibt Gartner. "Die riesige Zahl mobiler Apps könnte implizieren, dass Mobile ein neuer Umsatzstrom ist und viele reich macht", sagt der Gartner-Analyst Ken Dulaney. "Unsere Analyse zeigt indes, dass die meisten mobilen Anwendungen nicht dafür entworfen sind Umsatz zu machen, sondern eher dazu genutzt werden, um Marken und Produkte bekannter zu machen oder einfach Spaß zu haben. Entwickler, die das nicht verstehen, werden erkennen müssen, dass Erlöse schwer fassbar sind."

Aus Sicht von Dulaney ist der Markt für mobile Anwendungen mit mehr als 200 Anbietern von Entwicklungsplattformen und Millionen von Developern, die diese oder Open-Source-Tools für ihre mobilen Apps benutzen, "hyperaktiv". Und weil es so viele gute kostenlose Apps gebe, liege die Latte sehr hoch für Apps, für die man bezahlen würde. "Es gibt so viele Apps, die kostenlos sind und niemals direkte Einnahmen erzielen werden. Gartner erwartet daher, dass 2017 94,5 Prozent aller Downloads von Apps nichts kosten werden", so Dulaney weiter. "Darüber hinaus werden von den kostenpflichtigen Apps rund 90 Prozent weniger als 500 Mal am Tag heruntergeladen und erlösen weniger als 1250 Dollar am Tag." Und das werde in Zukunft mit noch größerem Wettbewerb speziell in erfolgreichen Märkten nur noch schlimmer werden.