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Gefeuerter Motorola-Topmanager fordert eine Million Dollar Entschädigung

01.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der ehemalige Motorola-Manager Robert Kroloff hat den US-Konzern wegen ungerechtfertiger Entlassung auf mindestens eine Million Dollar Entschädigung verklagt. Presseberichten zufolge wirft Kroloff dem Handy-Hersteller vor, er habe ihn im vergangenen Jahr auf die Straße gesetzt, weil er den Missbrauch von Auftragsgeldern eines Großkunden aufgedeckt hatte.

In seiner Tätigkeit als Vice President und Director des Bereichs Softwareentwicklung in Motorolas Handy-Sparte übersah der Topmanager unter anderem einen im Juli 2001 eingegangenen Auftrag des Hongkonger Mobilfunkanbieters Hutchison Whampoa im Wert von 32 Millionen Dollar.

Laut Klageschrift hatten Kroloff und andere Manager wiederholt beantragt, einen Teil der Auftragssumme für die Fertigstellung der bestellten Mobiltelefon-Software zu verwenden. Die Erlaubnis sei aber erst erteilt worden, als es für eine fristgerechte Lieferung der Software bereits zu spät war. Daraufhin habe sich Kroloff im September 2002 bei seinem Vorgesetzten darüber beschwert, dass Gelder von dem Projekt abgezweigt wurden, um operative Verluste zu decken. Zwei Wochen später wurde er vom Dienst suspendiert, anschließend erhielt er eine Kündigung wegen eines Verhältnisses mit einer ihm unterstellten Mitarbeiterin. Diese Anschuldigung treffe jedoch nicht zu, so Kroloff. (mb)