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Gefälschte Dateien fluten Online-Tauschbörsen - mit Patent

10.05.2004

Eine Methode, um Nutzern von P2P-Diensten (Peer to Peer) die Lust am Tauschen von Liedern und Filmen zu rauben besteht darin, die Online-Tauschbörsen mit unbrauchbaren Dateien zu überschwemmen. Auf eine Methode, solche Falsifikate mit Attributen und Metainformationen von funktionsfähigen Lied- und Videodateien zu versehen, haben nun John Hale, Professor für Informatik, und Gavin Manes, Doktorand an der University of Tulsa, ein Patent erhalten.

Die Computerexperten wollen die Methode nun mit Unterstützung der Universität an die Musikindustrie lizenzieren. Werke von Künstlern, die mit der Verbreitung über P2P-Börsen einverstanden sind, seien nicht betroffen. Demnach sollen Rechteinhaber das Verfahren auf bestimmte Dateien kanalisieren können.

Einzelne Platten- und Filmstudios arbeiten bereits mit Firmen wie Overpeer und Mediadefender zusammen, um Tauschbörsen mit gefälschen Dateien zu fluten. Laut Hale ist es durchaus möglich, dass sie ein ähnliches Verfahren verwenden. Dies habe sich bislang allerdings nicht feststellen lassen, da sich die Unternehmen nicht in die Karten schauen lassen.

Die Informatiker hatten das jetzt zugesprochene Patent bereits im Jahr 2000 beantragt. Ob es Bestand haben wird, steht jedoch in den Sternen. So hat zum Beispiel Overpeer die Spezifikationen noch nicht geprüft, sagte General Manager Marc Morgenstern . Die Firma hat vergleichbare Schutzrechte in Korea und Deutschland erhalten. Die Bearbeitung von drei weiteren Patentanträge in den USA steht laut Morgenstern noch aus.

Hale sieht sein Patent nicht nur als Mittel gegen den Tausch von Liedern und Filmen. Vielmehr lasse sich mit dem Verfahren die illegale Weitergabe aller möglichen Arten urheberrechtlich geschützter digitaler Inhalte unterbinden. (lex)