Wegen des starken Dollars

Gartner senkt Prognose für IT-Ausgaben 2015

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Die Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner hat ihre Prognose für die weltweiten IT-Ausgaben 2015 ein weiteres Mal gesenkt.

Aktuell erwarten die Auguren, dass heuer noch 3,66 Billionen Dollar für Informationstechnologie (IT) ausgegeben werden, das wären dann 1,3 Prozent weniger als 2014. Für die Abschwächung sei allerdings vornehmlich der starke Dollar verantwortlich, in dem Gartner traditionell rechnet. "Im vergangenen Quartal hatten wir noch ein Wachstum der weltweiten IT-Ausgaben von 2,4 Prozent angesetzt", sagt der Gartner-Analyst John-David Lovelock. "Das ist jetzt aber kein Crash, auch wenn es danach aussieht. Der zuletzt rapide Anstieg des US-Dollar gegen die meisten übrigen Währungen hat einen Währungsschock in den globalen IT-Markt gejagt." Rechne man die Währungseffekte heraus, dann ergebe sich ein erwartetes Wachstum von 3,1 Prozent, das wären nur 0,6 Prozentpunkte weniger als vor drei Monaten avisiert.

Der so plötzlich erstarkte Dollar habe aber natürlich sehr wohl reale Auswirkungen, konzediert der Experte - jedes Produkt und jede Dienstleistung mit einer Dollar-basierten Komponente müsse diese Kosten zum jetzt geringeren Wechselkurs gedeckt bekommen. Einfacher gesagt bedeute das Preiserhöhungen. "Es sind aber noch viele andere Marktkräfte am Werk", so Lovelock weiter, "Profite in US-Dollar zu schützen wird ein nuanciertes und facettenreiches Herangehen erfordern, das Pricing, Partner und Produkt-Management involviert."