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Gartner kritisiert Übernahme von Siemens-Handy-Sparte durch BenQ

08.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Marktforschungsinstitut Gartner sieht die am gestrigen Dienstag verkündete Übernahme der Handy-Sparte von Siemens durch BenQ kritisch. Das taiwanische Unternehmen habe selbst Probleme, wie sich im vergangenen Jahr gezeigt habe, als es seine Absatzziele verfehlte, sagte Gartner-Analyst Martin Gutberlet am Mittwoch der dpa-AFX.

Mit den Handy-Aktivitäten von Siemens und BenQ würden nun zwei "Problemfälle" fusioniert. Die Zusammenführung der Geschäftsbereich werde voraussichtlich länger als ein Jahr dauern. Gutberlet äußerte damit indirekt Zweifel an der Zielvorgabe von BenQ-Chef K.Y. Lee, das Handy-Geschäft im kommenden Jahr in die Gewinnschwelle zu bringen.

"Für Siemens ist die Trennung positiv, da der Konzernname durch die Schwäche der Handy-Sparte nicht mehr belastet wird", sagte der Experte. Siemens hatte am Dienstag verkündet, dass die verlustreiche Handy-Sparte komplett an den taiwanischen Konzern geht.

BenQ fertigt Handys für Drittfirmen wie Motorola und vermarktet Geräte unter eigenen Namen. Allerdings sei der Absatz von BenQ-Geräten mit 230.000 Stück im vergangenen Quartal unter den Erwartungen geblieben, sagte Gutberlet. BenQ komme mit Siemens auf eine jährliche Produktionskapazität von 70 Millionen Mobiltelefone. (dpa/mb)