Hype Cycle Emerging Technologies 2014

Gartner beschreibt den Weg zum digitalen Business

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Gartner hat den Hype Cycle for Emerging Technologies des Jahres 2014 veröffentlicht.

Und noch eine ganze Menge Hype Cycles mehr, die zum 20. Geburtstag dieser Entwicklungskurve mehr als 2000 Technologien aus 119 Bereichen einordnen - neue Hype-Zyklen gibt es heuer zum Beispiel für den digitalen Arbeitsplatz, das vernetzte Zuhause, Enterprise Mobile Security, 3D-Druck oder intelligente Maschinen. Ganz allgemein beschreibt so ein Hype Cycle, wie eine neue Technologie zunächst überbewertet und hochgejazzt, dann auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und schließlich tatsächlich produktiv und sinnvoll genutzt wird.

Die längste Tradition hat der branchenübergreifende und hoch verdichtete Hype Cycle for Emerging Technologies. "Darin geht es um Technologien, die aufgrund besonderer Hype-Levels im Mittelpunkt des Interesses stehen oder von denen Gartner glaube, dass sie sich besonders stark auswirken könnten", sagt Gartner-Fellow Jackie Fenn. "Unternehmen sollten diesen Hype Cycle nutzen, um aufkommende Technologie zu identifizieren und das Konzept digitaler Geschäftstransformationen nutzen um herauszufinden, welche Geschäftstrends daraus resultieren könnten."

Gartner Hype Cycle Emerging Technologies, 2014 -- bitte auch die Legende beachten!
Gartner Hype Cycle Emerging Technologies, 2014 -- bitte auch die Legende beachten!
Foto: Gartner (August 2014)

Zentrales Thema im Hype Cycle for Emerging Technologies ist 2014 das digitale Business. Um sich zu einem solchen zu entwickeln, würden Unternehmen Technologien einsetzen, die heute noch als "emerging" betrachtet werden, ergänzt Hung LeHong, ein weitere Fellow der Marktforschungs- und Beratungsfirma. Unternehmen sollten herausfinden, wie weit sie schon auf dem Weg zum Digital Business vorangekommen seien und könnten dann ermitteln, wie viel Veränderung ihnen noch bevorstehe und welche Kombination von Technologien sie weiter voranbringen könne.

Die Entwicklung zum digitalen Geschäft ordnet Gartner in sechs "Zeitaltermodelle" von Analog über Web, E-Business, Digital Marketing, Digital Business bis hin zu Autonom ein. Der Hype Cycle for Emerging Technologies mit seinem Fokus auf aufkommende Technologie unterstütze primär die drei letzten Stufen Digital Marketing, Digital Business (laut Gartner die erste Entwicklungsstufe jenseits des "Nexus of Forces" aus Mobile, Social, Cloud und Information) und Autonom. Dieser "finalen Post-Nexus-Stufe" schließlich ordnet Gartner Technologien wie virtuelle persönliche Assistenten, Human Augmentation, Gehirn-Computer-Schnittstellen, Quanten-Computing, Smart Robots, Biochips, Smart Advisors, autonome Fahrzeuge oder Beantworten von Fragen in natürlicher Sprache.

Sklavisch müsse man sich allerdings nicht an Gartners Einsortierung halten, sagt Analyst LeHong. "Wir haben zwar jede der Technologies auf dem Hype Cycle in eine der Stufen des Digital Business eingeordnet, Unternehmen sollten sich aber nicht auf diese Gruppierungen beschränken", so der Garter-Fellow weiter. "Viele Early Adopters nutzen bereits sehr fortschrittliche Technologies wie autonome Fahrzeuge oder Smart Advisors, feilen aber gleichzeitig noch an Nexus-verwandten Bereichen wie mobilen Apps - wichtig ist also der Blick auf das große Ganze."