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Gabelstapler mit RFID-Reader

03.04.2006
Die Metro Group setzt bereits Transportfahrzeuge mit Funkerkennung ein.

Um den Warenbestand im Lager zu verfolgen, nutzen immer mehr Unternehmen die Funkfrequenz-Identifikation, englisch Radio Frequency Identification (RFID): Der Einsatz von Funkchips und Leseportalen beziehungsweise -geräten soll das mühsame Scannen von Barcodes überflüssig machen und Bestandsinformationen in Echtzeit liefern.

Einen weiteren Schritt auf diesem Weg hat bereits der Handelsgigant Metro unternommen. In einen Teil seiner Gabelstapler integrierte er Bordcomputer, die der RFID-Spezialist Intermec Technologies speziell für das Erfassen und Verarbeiten von Funksignalen in Nutzfahrzeugen entwickelt hat.

Die konventionellen, fest installierten RFID-Lesegeräte haben aus Sicht von Intermec einen entscheidenden Nachteil: Damit die Informationen ausgelesen werden können, muss die mit Funkchips gekennzeichnete Ware zum Reader hingebracht werden. Mit dem RFID-tauglichen Gabelstapler hingegen ließen sich die Tags auch mobil erfassen. Diese Lösung empfehle sich vor allem dann, wenn die Anzahl der Wareneingangstüren höher sei als die der Gabelstapler.

Das Fahrzeugterminal "CV60" ist für raue Industriebumgebungen konzipiert und nach Schutzklasse IP65 versiegelt. Ergänzt wurde es kürzlich durch ein neues RFID-Lesegerät mit der Bezeichnung "IV7", das dem EPCglobal-Standard der zweiten Generation ("Gen2") entspricht.

Der Bordcomputer instruiert das integrierte Lesegerät, die auf einem Funk-Tag gespeicherten Daten auszulesen, sobald die Ware aufgehoben wird. Dabei erhält er nicht nur Informationen über den Standort der Palette, sondern auch über den Transportweg einschließlich der passierten Tore und über den Bestimmungsort der Ware. Dasselbe passiert beim Abladen der Ware. Zudem bietet das System die Voraussetzung für eine ständige und automatische Aktualisierung des Lagerverwaltungssystems.

Nach Intermec-eigener Einschätzung ist der CV60 für die in Deutschland gebräuchlichen Gabelstapler eigentlich etwas zu groß geraten. Deshalb will das hierzulande in Düsseldorf ansässige Unternehmen im kommenden Herbst ein nur noch halb so großes Terminal mit der Bezeichnung "CV30" auf den Markt bringen.

Um die Integration von Bordcomputer und Gabelstapler weiter zu perfektionieren, pflegt Intermec eine Entwicklungspartnerschaft mit der Cascade Corp., einem US-Hersteller von Gabelstapler-Zubehör. Die aus dieser Kooperation entstandenen Prototypen zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass die Kontrollpunkte direkt in den Hebemechanismus integriert wurden. Zudem verfügen sie über ein Kabel-Management-System und eine Kamera für die Frachtdokumentation. (qua)