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Fujitsu meldet Festplatten-Quantensprung

23.08.2001
Forscher von Fujitsu, das sich aus der Fertigung von Desktop-Festplatten zurückzieht, haben mit neuer Technik eine rekordverdächtige Speicherdichte von 106 Gb pro Quadratzoll erreicht.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Forscher im außerhalb Tokio gelegenen Forschungslabor von Fujitsu Ltd. haben eine neue Technik entwickelt, die eine rekordverdächtige Speicherdichte von über 100 Gigabit pro Quadratzoll bei Festplatten ermöglicht. Genauer gesagt sind es 106 Gbit - deutlich mehr als die 27,5 und 32,6 Gb, die jüngst die Konkurrenten Seagate Technology Inc. und Toshiba Corp. vermeldet hatten.

Die Fujitsu-Wissenschaftler haben zu diesem Zweck ein neuartiges Speichermedium entwickelt, bei dem zwei magnetische Speicherschichten durch eine hauchdünne Schicht nichtmagnetischen Materials (in diesem Fall aus Ruthenium) getrennt sind. Diese "SF Media" werden durch einen neuartigen GMR-Lesekopf (Giant Magnetoresistive) mit zwei aktiven Schichten sowie einen um 30 Prozent präziseren Schreibkopf ergänzt.

Vom Prinzip her erinnert dies an IBMs "Pixie Dust" (Computerwoche online berichtete), das ähnliche Dichten erreicht. Anders als Big Blues Technik, die wohl nicht vor 2003 serienreif ist, wollen die Japaner erste kommerzielle Produkte bereits im kommenden Jahr auf den Markt bringen. Derweil werkeln die Entwickler bereits an neuen Dimensionen von 300 Gb pro Quadratzoll. Wann diese Technik marktreif sein könnte, wollte ein Konzernsprecher nicht verraten.