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Führungskräfte verkennen den IT-Beitrag zum Geschäftserfolg

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Nicht einmal ein Drittel sehen ihn bei mehr als 20 Prozent, so eine Befragung unter 1000 deutschen Managern.

Die Führungskräfte hierzulande haben eine hohe Meinung von der IT - zumindest was Reaktionsgeschwindigkeit, Sorgfalt, Support-Qualität, Kostenorientierung und Verständnis für die Geschäftsprozesse angeht. Das ergab die Befragung von etwa 1000 Managern mit Personal- und Budgetverantwortung, die das Wiesbadener IT-Beratungsunternehmen MC IT Solutions in Auftrag gab. Demnach bewerten 63 Prozent der Befragten ihre IT-Abteilung mit der Schulnote 1 oder 2.

Auch Peter Machala, Geschäftsführer von MC IT-Solutions, hat eine derart gute Beurteilung nicht erwartet. Überraschenderweise hält er aber vor allem die relativ schlechten Werte für die Reaktionsgeschwindigkeit (nur 42 Prozent Note 1 oder 2) für "geschönt". Aus seiner Beratungspraxis wisse er, dass aufgrund von Personaleinsparungen derzeit viele - "auch wichtige" - Anforderungen zum Teil sehr lange liegen blieben.

Endanwender haben eine andere Sicht

Allerdings räumt Machala ein, dass Führungskräfte die IT oft ganz anders wahrnähmen als die Endanwender, weil sie nun einmal bevorzugt behandelt würden. Zudem legten die Topmanager bei der Beurteilung oft die Hochglanz-Präsentationen der IT-Spezialisten zugrunde, während die Mitarbeiter in den Fachabteilung später die Haken und Ösen der Applikationen zu spüren bekämen.

Dass es mit der Wertschätzung der IT durch die Führungskräfte dann doch nicht soweit her sein kann, belegen allerdings die Antworten auf die Frage: "Wie viel Prozent trägt die IT-Abteilung zum Geschäftserfolg Ihres Unternehmens bei?" Hier ist fast ein Drittel der Befragten der Ansicht, dass dieser Anteil unter zehn Prozent liege. Die Mehrzahl (38 Prozent) plädiert für zehn bis 20 Prozent, und nur 31 Prozent beziffern den Erfolgsbeitrag der IT mit 20 oder mehr Prozent.

Unauflösbare Diskrepanz

Laut Machala besteht hier eine durch die nackten Zahlen nicht auflösbare Diskrepanz zu den anderen Angaben der Studie - insbesondere hinsichtlich der Frage, wie groß das eigene Verständnis für die Leistung IT sei: Hier gaben immerhin 73 Prozent an, sie würden "sehr gut" oder zumindest "gut" verstehen, "was die IT so tut." Dann leuchte aber nicht ein, wieso sie den Beitrag zum Unternehmenserfolg als so gering erachteten. (Siehe auch: "Ungeliebt und unverstanden.")