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'FTD': Telekom setzt DSL-Wettbewerber mit neuer Strategie unter Druck

05.10.2007
Der Ex-Monopolist Deutsche Telekom baut erfolgreich auf lang laufende Verträge. Als Reaktion wird auch Arcor seine DSL-Preise senken.

Die Deutsche Telekom setzt einem Pressebericht zufolge im Rennen um DSL-Anschlüsse ihre Konkurrenten mit einer neuen Strategie unter Druck. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) schreibt, bindet der Konzern seine Kunden verstärkt mit 12- oder 24-Monatsverträgen an sich. Diese Strategie wendeten bislang vor allem die kleineren Anbieter an. So habe die Telekom den Anteil der DSL-Kunden mit Langfristverträgen von vier Prozent im dritten Quartal 2006 auf derzeit 73 Prozent gesteigert. Dies gehe aus einer Ende September gehaltenen Präsentation von Telekom-Vorstand Timotheus Höttges hervor.

Nach vorläufigen Schätzungen des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) werde die Telekom 2007 mit zwei Millionen DSL-Neuanschlüssen schneller wachsen als die Konkurrenz. "Die Telekom hat es geschafft, innerhalb weniger Monate mehr Kunden langfristig an sich zu binden als die Konkurrenz in den vergangenen zehn Jahren", zitiert das Blatt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.

Erst im Juni habe der Marktführer Deutsche Telekom angesichts des brutalen Wettbewerbs auf dem Markt für schnelle Internetanschlüsse die Preise um 10 bis 15 Prozent gesenkt und einen Preiskrieg angezettelt, schreibt die Zeitung weiter. Nachdem die Konkurrenten schon damals nachgezogen hätten, fielen nun die Preise wieder kräftig. Hatten bis vor kurzem die Konkurrenten vor allem Telekom-Kunden abgeworben, sei nun der Punkt erreicht, an dem sich die kleineren Anbieter gegenseitig die Kunden abjagten.

Als Reaktion senkt nun auch der Festnetzanbieter Arcor nach 1&1 und Hansenet seine DSL-Preise. Es sei davon auszugehen, dass der nach Kunden zweitgrößte DSL-Anbieter nach der Deutsche Telekom noch in diesem Monat den Preis für sein Kombinationsangebot aus DSL-und Telefonieflatrate um 5 Euro auf dann 30 Euro senken werde, schreibt die Zeitung. (dpa/ajf)