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Freenet will seine Internet-Sparte verkaufen

21.02.2008
Eckard Spoerr, Geschäftsführer der Freenet AG, führt bereits Gespräche mit Interessenten. Die geplante Trennung vom DSL-Geschäft begründet er damit, dass man sich auf mobile Internet-Dienste konzentrieren wolle.

Mit 1,3 Millionen Kunden und sieben Prozent Marktanteil im DSL-Geschäft wäre der Geschäftsbereich von Freenet für viele Wettbewerber ein interessantes Übernahmeziel. Zeitungen spekulieren darüber, ob der spanische TK-Konzern Telefónica interessiert sei, da dessen Tochtergesellschaft O2 bislang nur mit geringem Erfolg im DSL-Geschäft vorankomme. Auch die Vodafone-Tochter Arcor gilt als potenzieller Interessent.

Freenet war im letzten Jahr auf Betreiben der Aktionäre mit der einstigen Muttergesellschaft Mobilcom verschmolzen worden. Wenig später setzte ein großes Hickhack um eine Übernahme durch die Großaktionäre Drillisch und United Internet ein, zu der es aber bis heute nicht gekommen ist. Die beiden Unternehmen besitzen zusammen über 25 Prozent der Freenet-Aktien.

Offensichtlich will Spoerr nun ein Zeichen setzen und Freenet in einem Zukunftsmarkt neu positionieren. Bei den Aktionären kam die Nachricht gut an: Der Aktienkurs von Freenet stieg gestern um knapp zwölf Prozent auf 12,96 Euro. Dazu dürfte allerdings auch die Ankündigung Spoerrs beigetragen haben, im großen Stil eigene Aktien zurückkaufen und möglicherweise eine Sonderdividende ausschütten zu wollen. (hv)