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Freenet liebäugelt mit billigen DSL-Tarifen für die Stadt

12.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Internet-Provider Freenet denkt laut Medienberichten über günstige DSL-Tarife für Ballungsräume nach. Freenet wäre damit nach United Internet der zweite nationale DSL-Reseller, der mit einem regional unterschiedlichen Preismodell agiert.

United Internet war als erster Anfang April mit entsprechenden Angeboten vorgeprescht und hatte in bestimmten Ballungsräumen den Pauschaltarif für DSL-Anschlüsse von der Telekom um fast zwei Drittel gesenkt. Zuvor hatte der Wiederverkäufer erfolgreich Rabatte bei der Telekom für die DSL-Anschlüsse herausgeschlagen. Branchenkenner gehen davon aus, dass weitere Anbieter wie AOL oder Tiscali dem Beispiel folgen werden.

Für die Telekom sind diese Preisnachlässe bei ihren Bemühungen den Stadtnetzbetreibern wie Mnet oder Hanssnet das Wasser abzugraben das kleinere Übel, denn 88 bis 90 Prozent des Umsatzes der DSL-Reseller bleiben bei der Telekom. Zwar verliert sie hier einen Teil des Umsatzes mit den Endkunden und die hauseigene Tochter T-Online, die unbeirrbar an ihrer Hochpreispolitik festhält, trifft es besonders hart, doch unter dem Strich rechnet sich dies noch immer. Denn wenn der Kunde komplett zu einem der Stadtnetzbetreiber wechselt, verliert der Bonner Carrier zwei Drittel des Umsatzes.

Doch die Geschäftsbeziehungen zum Endkunden sind nur ein Aspekt. Aus strategischer Sicht dürfte es für die Telekom viel wichtiger sein, mit den neuen Preisen zudem zu verhindern, dass die Reseller womöglich in eigene Infrastruktur investieren und sie gleichzeitig den konkurrierenden Netzbetreibern das Leben erschwert. (hi)