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Frankreich: Größter Schlag gegen Kinderpornografie

12.10.2007
Der französischen Gendarmerie ist ein massiver Schlag gegen die Kinderporno-Szene des Landes gelungen.

Beim bisher größten Schlag gegen Kinderpornografie in Frankreich hat die französische Polizei 132 Verdächtige in 78 Départements festgenommen und mehr als 1,4 Millionen Fotos und Videos beschlagnahmt. Die Täter im Alter von 19 bis 70 Jahren kämen aus allen Einkommens- und Bildungsschichten und hätten Kinderpornos aus dem Internet gezogen, erklärte die Gendarmerie am Freitag in Paris. Insgesamt wurden fast 10.000 Nutzer festgestellt. Die Ermittlungen waren nach einer Anzeige italienischer Kinderschützer in Gang gekommen.

Für die "Operation Regenbogen" (Arc-en-Ciel) waren seit Montag rund 300 Polizisten und Gendarmen im Einsatz. "Die acht Monate langen Ermittlungen der Cyber-Flics auf einem französischen Server zeigen, dass diese Bilder mehr als 21.000 Mal heruntergeladen wurden", erklärte die Gendarmerie. "Von ihnen wurden 310 französische Internauten (Internet-Nutzer) mit Hilfe der Software MARINA formell identifiziert." Bei 24 Internetnutzern erwies sich der Verdacht als falsch. MARINA wurde vom Forschungsinstitut IRCGN der Gendarmerie zur extrem schnellen Entdeckung von Kinderpornos im Internet entwickelt.

Rund 1,4 Millionen eindeutige Fotos und 27.000 Videos wurden beschlagnahmt. Die Fahnder stellten zudem zahlreiche Festplatten, Speicherstifte und andere Datenträger sicher, um sie auf weitere Kinderpornos zu untersuchen. Viele Täter gestanden unter der Last der Indizien. Unter den Festgenommenen ist auch ein Wiederholungstäter, der bereit zu zwölf Monaten Haft verurteilt worden war. Zwei andere wurden von Bekannten des Kindermissbrauchs bezichtigt. Ein Mann wurde wegen sexuellen Missbrauchs einer 15-Jährigen verhaftet. Er hatte das Mädchen missbraucht und die Bilder ins Internet gestellt. Der Mann gilt als Schlüsselfigur der Ermittlungen. Im August konnte das LKA Baden-Württemberg einen Treffer gegen Pädo-Kriminelle landen. (dpa/ajf)