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France Télécom wirft Deutscher Telekom Vertragsbruch vor

30.04.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Der französische Telefonkonzern France Télécom will seinen Anteil aus einer zweiprozentigen Überkreuzbeteiligung mit der Deutschen Telekom verkaufen. Das Unternehmen zeigte sich verärgert über die Fusionspläne der Deutschen mit der Telecom Italia. Konzernchef Michel Bon zufolge hätte man erst Ende vergangenen Jahres einen Vertrag unterschrieben, in dem sich beide Partner

zur gegenseitigen Information verpflichten, sollte es Pläne zu einer strategischen Allianz mit Dritten geben. Außerdem müsse in dem Partner solchen Fällen ein Angebot zur Beteiligung unterbreitet werden. Da beides nicht geschehen sei, sieht sich Bon gezwungen, "die Rechte und Interessen unserer Aktionäre zu verteidigen". Zu konkreten Schadensersatzansprüchen wollte er sich nicht äußern, deutete jedoch an, daß France Télécom großen Schaden bei gemeinsamen Aktivitäten mit der Deutschen Telekom erlitten hätte. Auch durch den 1996 von der EU erzwungenen Rückzug vom deutschen Markt seien "erhebliche" Kosten entstanden. An der internationalen Telefon-Allianz "Global One", die France Télécom gemeinsam mit der Deutschen Telekom und dem amerikanischen Festnetzbetreiber Sprint betreibt, will der französische Konzernchef jedoch weiter festhalten.