Web

 

Forrester: ERP-Benutzerschnittstellen lassen zu wünschen übrig

15.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Analysten von Forrester Research haben sich kürzlich die Benutzerschnittstellen gängiger ERP-Software (Enterprise Resource Planning) vorgenommen und kamen dabei zu dem Schluss, dass diese in vielen Punkten verbesserungswürdig seien. Mit den Produkten von ingesamt elf Anbietern - darunter SAP, Peoplesoft, Oracle, J.D. Edwards, Baan und Microsoft - versuchten die Experten jeweils drei Dinge: das Sicherheitsprofil eines Nutzers zu ändern, die Organisationshierarchie zu ändern sowie einen Patch von der Support-Site herunterzuladen. Dabei sei teilweise "außerordentliche Geduld und Expertise" vonnöten gewesen, so Forrester.

Die Analysten gingen dabei zugegeben ohne spezielle Schulung ans Werk - eher untypisch im Vergleich zu Unternehmen, die bei der Einführung von Standardsoftware im Schnitt zehn bis 15 Prozent in entsprechendes Training investieren. Allerdings habe man sich, so Forrester, eigens Aufgaben gewählt, die "straightforward" auch ohne intime Kenntnisse eines Systems zu erledigen sein sollten, erklärte Co-Autorin Laurie Orlov. Die Experten erhalten nach eigenen Angaben regelmäßig Beschwerden über das schlechte Design von Unternehmensanwendungen. Die gegenwärtige Marktsituation stelle eine günstige Gelegenheit dar, in diesem Bereich Missstände zu beseitigen. "In einem Käufermarkt sollten die Kunden bessere Usability fordern", so Orlov.

Denn schließlich verursache schlecht designte Software deren Anwendern enorme Kosten - von zusätzlichem ungeplanten Schulungsaufwand bis hin zu sinkender Produktivität; schlimmstenfalls ließen die Nutzer links liegen und kehrten zu ihren alten manuellen Prozessen zurück. Die meisten Anwender sähen leider wenig Grund, ihre Software intuitiver zu gestalten, denn ihre Schulungsprogramme seien wichtige Einnahmequellen. Bonnie Rothenstein von SAP widersprach dieser These vehement: "Wir reden ständig mit unseren Kunden und übernehmen deren Feedback in unsere Produkte", sagte die US-Firmensprecherin. (tc)