IT-Budgets

Forrester: Der Sparzwang kehrt zurück

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Zwei von fünf Großunternehmen in Nordamerika und Westeuropa haben ihre IT-Ausgaben gekürzt.

Der weltweite Konjunkturabschwung hinterlässt auch in der IT seine Spuren. Nach einer brandaktuellen Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Forrester Research haben 40 Prozent der Großunternehmen in Nordamerika und Westeuropa ihre IT-Budgets für das laufende Jahr zusammengestrichen. Der Rotstift regiert vor allem in den Branchen Finanzdienstleistungen und Automobilindustrie sowie im Baugewerbe. So hat beispielsweise fast jede zweite Bank die Ausgaben für ihre Informationstechnik eingeschränkt. Das fällt umso stärker ins Gewicht, als gerade die Finanzbranche durch die wachsende Zahl und Schärfe der gesetzlichen Compliance-Anforderungen eigentlich zu erhöhten IT-Investitionen gezwungen ist.

Deutsche Unternehmen weniger betroffen

Die Studie basiert auf der Befragung von mehr als 900 CIOs und IT-Managern aus unterschiedlichen Ländern und Branchen. Die deutschen Unternehmen leiden demnach weniger stark unter dem Sparzwang als beispielsweise die nordamerikanischen. Während in Übersee 49 Prozent der Firmen ihre diesjährigen IT-Budgets nach unten korrigiert haben, sind es hierzulande nur 28 Prozent.

Hand in Hand mit den Budgetkürzungen geht eine verstärkte Neigung zu Near- und Offshoring. Bislang praktizieren nur neun Prozent der befragten Unternehmen die Auslagerung von IT-Dienstleistungen ins Ausland, so die Forrester-Studie. Allerdings spielten mittlerweile 43 Prozent ernsthaft mit dem Gedanken, diesen Schritt in der näheren Zukunft zu tun. (qua)