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Flugbörse Orbitz hat (Börsen)Startschwierigkeiten

18.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Der Aktienkurs der Online-Flugbörse Orbitz legte am gestrigen Mittwoch, dem ersten Tag an der US-Nasdaq, nach einem grandiosen Start eine Bruchlandung hin: Für die mit einem Ausgabepreis von 26 Dollar platzierten Anteile wurde anfänglich mehr als 30 Dollar geboten, danach brach der Kurs ein und das Papier ging mit einem Wert von unter 25 Dollar aus Handel.

Das Online-Reisebüro aus Chicago verkaufte bei dem IPO (Initial Public Offering) vier Millionen Aktien, die Investoren des Unternehmens gaben 8,18 Millionen Orbitz-Anteile aus. Insgesamt erreichte das Going-Public damit ein Volumen von mehr als 316 Millionen Dollar; das gesamte Unternehmen wurde damit an der Börse mit über einer Milliarde Dollar bewertetet.

Orbitz hatte bereits im Mai 2002 seinen Gang an die Börse angekündigt. Ermittlungen des US-Justizministerium (DOJ) hatten den IPO jedoch verzögert. Ende Juli entschieden die Behörden, dass die Travel-Site trotz ihrer engen Beziehungen zu den Muttergesellschaften nicht gegen das Wettbewerbsrecht verstoße. Hinter der Anfang 2000 gegründeten Firma stehen die fünf größten US-Fluglinien American, United, Delta, Northwest und Continental. Neben Flügen kann man über die Orbitz-Site auch Hotels, Mietwagen und Kreuzfahrten reservieren und buchen.

Der Aufschub durch die DOJ-Untersuchung hat die IPO-Chancen von Orbitz eher verbessert. 2002 schrumpfte der Nettoverlust gegenüber dem Vorjahr von 105,5 Millionen auf 18,9 Millionen Dollar. Für die ersten neun Monate 2003 weist die Company nur noch ein Minus von zwei Millionen Dollar aus. (mb)