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Florida kündigt Projekte mit Bearingpoint und Accenture

06.10.2004

Der Staat Florida hat alle Outsourcing-Verträge der MyFlorida Alliance gekündigt. Betroffen sind die IT-Beratungshäuser Bearingpoint und Accenture, die damit Aufträge im Wert von 126 Millionen und 46,7 Millionen Dollar verlieren. Bei der Vergabe der Betreiberverträge ist es offenbar nicht mit rechten Dingen zugegangen.

Das Ende zeichnete sich bereits im vergangenen Juli ab, als eine Prüfung verschiedene Mängel in einem Projekt der öffentlichen Hand aufdeckte. Als Konsequenz daraus kündigte der Staat einen Outsourcing-Vertrag mit Accenture. Der Kontrakt verpflichtete das IT-Servicehaus für sieben Jahre zum Betrieb des Helpdesks und umfasste einen Wert von 86,7 Millionen Dollar. In der Folge prüfte ein Kontrollgremium zudem Accentures Application-Management-Vertrag sowie ein mit Bearingpoint vereinbartes Abkommen über den Betrieb des Data Centers. Beide Werke wurden nun beendet, weil den mit den Aufträgen bedachten Firmen bei der Ausschreibung unrechtmäßige Vorteile eingeräumt wurden.

Das Gremium bemängelt beispielsweise, das für die Vergabe zuständige State Technology Office habe einige Gesetze verletzt. Zudem hinterfragten die Mitglieder kritisch die Form der Vertragsunterzeichnung sowie die laufende Kontrolle der Projekte. Lokale Medien in Florida schilderten in der Folge die Verbindungen der Staatsregierung unter Jeb Bush, Bruder des US-Präsidenten George W. Bush, mit den beauftragten Firmen. So führt Accenture beispielsweise den Lobbyisten und früheren Bush-Berater Brian Yablonski auf seiner Liste. Bearingpoints Förderer heißen David Rancourt, ebenfalls Ex-Top-Berater der Bush-Familie, sowie John Trasher, Ex-Regierungssprecher und enger Freund des Gouverneurs von Florida. (jha)