Microsoft nimmt neue Rechenzentren in Betrieb

Flexibilität durch Container-Server

Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Nach langer Vorlaufzeit hat Microsoft endlich seine beiden neuen Rechenzentren in Chicago und in Dublin ans Netz gebracht. Beide Einrichtungen nutzen das Konzept des "Datacenter in a Box". Dabei werden die Server in großen Containern flexibel bereit gestellt.
Container statt Racks: Microsoft verbaut in den neuen Rechenzentren die Server in Containern, wie sie für den Warentransport verwendet werden (Quelle: Microsoft).
Container statt Racks: Microsoft verbaut in den neuen Rechenzentren die Server in Containern, wie sie für den Warentransport verwendet werden (Quelle: Microsoft).

Wie das Portal Winfuture berichtet, werden in den neuen Microsoft-Rechenzentren die Server nicht wie bisher in einfachen Racks untergebracht. Stattdessen verbaut der Software-Konzern die Rechner in großen Containern, wie sie auch zum Warentransport üblich sind. Dadurch lässt sich die Infrastruktur der Rechenzentren bei Bedarf flexibel erweitern oder zurück bauen.

Bisher sind von den insgesamt 56 Container-Stellplätzen im Chicagoer Rechenzentrum nur rund ein Dutzend belegt. Schon bald soll die Kapazität jedoch gesteigert werden. Insgesamt will Microsoft rund 500 Millionen US-Dollar in die Ausrüstung stecken.

Lagerhalle als RZ

Das irische Microsoft-Rechenzentrum westlich von Dublin wird für die Suchmaschine Bing genutzt und für Windows Live, Cloud-Services oder das Software-Service-Geschäft. Ursprünglich sollten die beiden neuen Rechenzentren schon vor einigen Monaten in Betrieb gehen, Microsoft verschob den Start jedoch aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage. Da sich die Aussichten inzwischen gebessert haben, entschied man sich jüngst, die beiden Einrichtungen doch schon jetzt anlaufen zu lassen.

Das Rechenzentrum in Chicago ist in einer einfachen Lagerhalle untergebracht, die von außen nicht speziell gekennzeichnet ist. Microsoft will den genauen Standort aus Sicherheitsgründen nicht nennen. Man wählte den Ort vor allem wegen der niedrigen Energiekosten und weil in der Nähe wichtige Internet-Knotenpunkte liegen.