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Flachfernseher haben Röhrenmodelle überholt

22.01.2007
Der Absatz der schlanken Glotzen auf dem deutschen Markt hat sich 2006 fast verdoppelt, berichtet der Bitkom-Verband.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland erstmals mehr Flachbildfernseher als herkömmliche Röhrengeräte gekauft. Der Absatz von schlanken LCD- und Plasma-Fernsehern kletterte von 1,6 Millionen (2005) auf drei Millionen (2006) - ein Plus von 87 Prozent. Gleichzeitig gingen die Verkäufe von Röhrengeräten um 33 Prozent von 4,1 Millionen (2005) auf 2,7 Millionen (2006) zurück. Die Zahlen hat der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) bekannt gegeben. Laut Bitkom sei der Generationswechsel bei neuen Fernsehern endgültig vollzogen. Der Verband erwartet, dass sich der Trend weiter verfestigt. Schon in diesem Jahr werde der Absatz von LCD- und Plasma-Geräten voraussichtlich die Marke von vier Millionen erreichen, sagte Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms.

Mit dem Siegeszug der Flachbildschirme ist in immer mehr Haushalten auch der Empfang von hochauflösendem Fernsehen möglich. Etwa 70 Prozent der 2006 verkauften LCD- und Plasma-Fernseher sind HD-ready. Das entspricht einer Anzahl von rund zwei Millionen. Werden die Verkäufe aus den Vorjahren hinzugerechnet, so hatten Ende 2006 bereits 2,5 Millionen Haushalte einen HD-ready-Bildschirm. Zu diesem Ergebnis kommt eine exklusive Untersuchung des Beratungsunternehmens Goldmedia für den Bitkom. Ende 2007 werden voraussichtlich fünf Millionen und Ende 2011 gut 17 Millionen Haushalte mit der neuen Technik ausgestattet sein. "Bisher beschränken sich die HDTV-Programme in Deutschland zwar meist noch auf Pay-TV-Angebote. Doch das wird sich bald ändern", sagte Harms. "Große Sportevents wie die Olympischen Sommerspiele 2008 haben das Potenzial, HDTV auch im frei empfangbaren Fernsehen durchzusetzen."

Wer HDTV-Programme empfangen möchte, benötigt dazu allerdings einen digitalen Fernsehanschluss. Über diesen verfügten im vergangenen Jahr 31,6 Prozent aller deutschen TV-Haushalte - dank DVB-T-Antenne, Kabel oder Satellit. Das sind rund sechs Prozentpunkte mehr als 2005, wie aus dem "Digitalisierungsbericht 2006" der Landesmedienanstalten hervorgeht. Der Bitkom erwartet, dass sich künftig sogar noch mehr Deutsche für einen digitalen Anschluss entscheiden. Es lassen sich nicht nur mehr Programme empfangen, auch Bild- und Tonqualität verbessern sich. "Zudem wird sich das digitale Fernsehen über das Internetprotokoll als vierter Übertragungsweg neben Antenne, Kabel und Satellit durchsetzen", sagte Harms. Das treibe den Markt zusätzlich an. (ajf)