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Finanzierung der Gesundheitskarte scheint gesichert

30.07.2004

Die Realisierung der auch wegen datenschutzrechtlicher Bedenken umstrittenen Gesundheitskarte scheint voran zu kommen: Die unklare Frage, wer die Kosten für eines der größten IT-Projekte Europas übernimmt, wurde im Dialog zwischen Krankenkassen und Ärzten in wesentlichen Zügen beantwortet.

Grundsätzliche habe man sich geeinigt, schreibt die "Financial Times Deutschland". Zahlreiche noch offene Detailfragen würden in den kommenden Wochen geklärt. Nach dem jetzt gefundenen Kompromiss werden die Krankenkassen den größten Teil der Kosten tragen. Sie bezahlen sowohl die Karten selbst als auch die Zentralrechner samt deren Massenspeicher, auf denen die Daten der Millionen Gesundheitskarten zusammengeführt werden.

Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser würden bezüglich der Kosten für die dann benötigten Computer, die Software, die Internet-Zugänge und die Kartenlesegeräten in den Arztpraxen, Hospitälern etc. zunächst in Vorleistung treten, schreibt die Wirtschaftsgazette. Diese Ausgaben würden die Krankenkassen dann allerdings Zug um Zug rückerstatten. Hierzu werden die Kassen pro ausgestelltes Rezept eine Gebühr zahlen. Über deren Höhe sind sich die beiden Seiten allerdings noch nicht einig.

Ab 2006 sollen alle privat oder gesetzlich Versicherten die digitale Gesundheitskarte erhalten. Auf dieser sollen nicht nur der Name und die Adresse des Karteninhabers festgehalten werden. Zudem sollen Notfalldaten sowie bestimmte Rezepte vermerkt werden. Noch Zukunftsmusik, allerdings in Planung ist, eine komplette Patientenakte auf der Gesundheitskarte aufzubringen. Um dieses Projekt zu vollbringen, müssen allerdings alle beteiligten Institutionen wie Ärzte, Krankenhäuser, Krankenkassen etc. miteinander vernetzt werden - mithin ein riesenhaftes IT-Projekt. (jm)