Linux in der 22. Kalenderwoche

Fedora 17 ist erschienen und LibreOffice gibt mehr Gas

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Fedora 17, alias Beefy Miracle, hat mit vielen Neuerungen das Licht der Welt erblickt. Eine Wartungs-Ausgabe von LibreOffice verspricht mehr Geschwindigkeit. Für Fedora 18 wollen die Entwickler Microsoft als Zertifikatsaussteller nutzen.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Neuerungen in KW 21. Diese Woche ist Fedora gleich doppelt in den Schlagzeilen. Einerseits gibt es eine neue Version der von Red hat gesponserten Distribution, andererseits geht die UEFI-Saga weiter. Red Hats Matthew Garrett hat eine Lösung für Secure Boot gefunden, auch wenn sie ihm nicht unbedingt zusagt.

Für Hardware-Hersteller steht ab sofort eine OEM-Ausgabe von Linux Mint 13 zur Verfügung. Der Rettungs-Distribution Parted Magic wurde ein Update spendiert und auch Knoppix wartet mit einer aktualisierten Version auf.

Fedora 17 "Beefy Miracle"

Fedora-Ausgaben sind immer sowohl für Anwender als auch Administratoren interessant. Sehr oft zeigt die von Red Hat gesponserte Distribution, in welche Richtung es in Zukunft bei der ersten Open-Source-Firma mit mehr als einer Milliarde Umsatz geht.

Fedora 17 bringt unter anderem KDE 4.8, GNOME 3.4 und GIMP 2.8 mit Einzelfenstermodus mit sich. Des Weiteren gibt es Sofware-Rendering für die GNOME Shell und diese sollte nun auf den meisten Rechnern ohne weitere Zutun laufen.

Das Dateisystem ext4 kann mit Größen von mehr als 16 TByte umgehen. Diese Neuerung ist natürlich im Server-Bereich besonders interessant. CUPS bietet ab sofort Unterstützung für ICC-Profile. Ebenso wurden unter anderem die Programmiersprachen D, PHP und Ruby aktualisiert.

In Sachen Netzwer-Management kündigen die Entwickler Unterstützung für Bonding, IP-Over-Infiniband, VLAN und Bridging via NetworkManager an. Allerdings ist dieser Bereich im offiziellen Wiki erst als 75 Prozent abgeschlossen aufgeführt.

Die Aktualisierung von QEMU auf Version 1.0 erlaubt eine Live-Migration von laufenden Gast-Systemen. Des Weiteren unterstützen KVM und QEMU virtio-scsi. Das soll auch in Kürze für libvirt nachgeholt werden.

OpenNebula sorgt für IaaS-Dienste. Des Weiteren befindet sich die aktuelle Ausgabe von OpenStack "Essex" an Bord. ISO-Abbilder für Fedora 17 finden Sie im Download-Bereich der Projektseite.

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UEFI und Fedora 18

Die Vorgeschichte dürfte den Kennern der Szene bekannt sein: Wer für Windows 8 zertifiziert werden möchte, muss UEFI Secure Boot aktiviert haben. Dass via BIOS ein Ausschaltknopf dafür vorhanden sein kann, ist ein geringer Trost. Nun machen sich schlaue Köpfe, angeführt von Red Hats Matthew Garret, Gedanken, wie man den Linux-Anwendern ohne BIOS-Orgien dennoch eine einfach Installation ermöglichen kann.

Das Ganze ist eine längere Geschichte. Auf den Punkt gebracht werden die Entwickler einen Mini-Bootloader zertifizieren und danach den eigentlichen Bootloader, in den meisten Fällen GRUB, laden. Das Bizarre daran ist, dass man sich als Zertifizierungsstelle Microsoft ausgesucht hat. Eine eigene, plattformübergreifende Instanz sei zu teuer und man habe gar nicht mehr genug Zeit, eine solche aufzusetzen. Von daher beiße man vorerst in den sauren Apfel und bezahle eine einmalige Gebühr von 99 US-Dollar an Microsoft.

Linux Mint 13 "Maya" OEM

Linux Mint 13 basiert auf Ubuntu 12.04 LTS "Precise Pangolin" und bringt auch fünf Jahre Unterstützung mit sich. Um es attraktiver für Hardware-Hersteller zu machen, gibt es ab sofort eine OEM-Ausgabe.

Ist diese installiert, erhält der Anwender beim Erststart eine Maske, in der er Benutzernamen, Sprach- und Tastatur-Einstellungen, sowie ein Passwort hinterlegen kann.

Die OEM-Version steht nur als 64-Bit-Ausgabe zur Verfügung. Allerdings gibt es auch hier die Wahl zwischen den Desktop-Umgebungen MATE oder Cinnamon.

Knoppix 7.0.1

Knoppix verbindet wie üblich das besten aus den beiden Debian. Welten Squeeze (stable) und Wheezy (testing). Wie üblich ist die DVD voll mit aktuellen Open-Source-Programmen. Darunter befinden sich LibreOffice, Chromium und Firefox.

Als Desktop-Umgebung setzt die Distribution auf LXDE per Standard. Über die Start-Option knoppix desktop=kde lässt sich alternative KDE starten.

ADRIANE, die Software für Anwender mit Sehbehinderung ist als Version 1.4 vorhanden. Mittels Viacam können Sie den Mauszeiger durch Kopfbewegungen steuern. Dafür ist eine Webcam Voraussetzung.

Wer wenig Arbeitsspeicher hat, darf sich über die RAM-Komprimierungs-Software zram freuen. Größere Programme lassen sich so unter Umständen auch ohne Auslagerungs-Datei auf der Festplatte speichern. Interessierte finden weitere Informationen und Download-Links in der offiziellen Ankündigung.

Parted Magic 2012_05_30

In erster Linie handelt es sich um eine Wartungs-Version der Datenrettungs-Distribution. SpaceFM ist als Version 0.7.7 im Einsatz und benutzt udevil für die Geräteeinbindung. Des Weiteren haben die Entwickler angefangen, eine GUI für Shorewall zu entwickeln. Weitere Informationen finden Sie im Changelog. ISO-Abbilder gibt es unter partedmagic.com.

LibreOffice 3.5.4

Die neueste Punkt-Version von LibreOffice ist mehr als eine einfache Wartungs-Ausgabe. Die Entwickler sprechen von einem gewaltigen Geschwindkeits-Schub. Gerade das Laden von größeren Dateien soll sich um bis zu 100 Prozent gesteigert haben. Anwender bestätigen die bessere Performance. LibreOffice gibt es wie immer für Windows, Mac OS X und Linux. (ph)