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FBI liest E-Mails mit

13.07.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach "Echelon" steht ein weiteres US-Überwachungssystem im Kreuzfeuer der Kritik: Die US-Bundespolizei FBI (Federal Bureau of Investigation) kontrolliert offenbar seit Jahren unter dem Namen "Carnivore" den E-Mail-Verkehr großer ISPs (Internet Service Provider) -angeblich gezielt gegen Hacker, Terroristen und sonstige Kriminelle. Dabei verwendet die Behörde so genannte Packet-Sniffing-Software. Nähere Details sind allerdings nicht bekannt. Ruchbar wurde die Angelegenheit durch einen Bericht im "Wall Street Journal", der prompt Bürgerrechtsvereinigungen wie die ACLU (American Civil Liberties Union) auf den Plan rief. Diese bemängeln, dass Internet-Anbieter wie Normalbürger nichts weiter als das Versprechen des FBI hätten, das System ausschließlich zur Verbrechensbekämpfung einzusetzen. Sie pochen deswegen unter anderem darauf, dass das seit 1986 unveränderte entsprechende Gesetz "Electronic Communications Privacy Act" endlich an das Internet-Zeitalter angepasst wird.