Web

 

FBI hebt Filmpiratenringe aus

30.06.2006
Die US-amerikanische Bundespolizei hat in New York zwei Banden ausgehoben, die schon seit 1999 systematisch Raubkopien populärer Kinofilme vertrieben hatten.

Insgesamt 13 Verdächtige wurden in mehreren Razzien festgenommen. Einige von ihnen waren offenbar gerade damit beschäftigt, den am Mittwoch angelaufenen Blockbuster "Superman Returns" raubzukopieren.

Die beiden Piratenringe hatten sich darauf spezialisiert, Camcorder in Kinos einzuschmuggeln und die Filme damit abzufilmen. Die Streifen wurden anschließend über Tauschbörsen unter anderem nach Pakistan, Singapur, Hong Kong und Malaysia verbreitet. Nach Angaben von Michael Robinson, Raubkopien-Experte beim Branchenverband Motion Picture Association of America (MPAA) befeuerten die Gauner damit "eine große, große Schattenwirtschaft". Die Industrie gibt an, dass ihr durch Raubkopien im vergangenen Jahr ein weltweiter Schaden von 18 Milliarden Dollar entstand.

Da die Raubkopierer teils auch Zugang zu Vorabvorstellungen hatten, kamen die Raubkopien manchmal früher auf den schwarzen Markt als offziell in die Kinos. Die als "Cammers" bezeichneten Kameramänner gingen professionell vor und ließen sich von "Blockern" abschirmen, so dass niemand ihren Camcorder sehen oder die Aufnahme stören konnte.

Die Abfilmer erhielten dann jeweils mehrere hundert Dollar für jeden Streifen, der anschließend massenhaft dupliziert und in gefälschten Verpackungen von Straßenhändlern für bis zu 19 Dollar pro Kopie verkauft wurde.

Die Festgenommenen warten nun auf ihren Prozess vor einem Bundesgericht in Manhattan. Ihnen drohen jeweils bis zu fünf Jahre Haft, wenn sie der Verschwörung, des Verstoßes gegen das Copyright sowie des Handels mit gefälschten Waren überführt werden. (tc)