"Talk Openly, Develop Openly"

Facebook will mit dem Projekt „TODO“ den Open-Source-Einsatz professionalisieren

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
In der Art und Weise, wie Open-Source-Projekte organisiert und gemanagt sind, lässt sich Einiges verbessern, meinen die Entwickler von Facebook und fangen - unterstützt von Goole, Twitter, Box und anderen - mit dem Projekt TODO einfach mal an.

Der Name TODO steht für "Talk Openly, Develop Openly". Ziel ist es, die Qualität von Open-Source-Software zu verbessern und deren Einsatz zu vereinfachen. Das Motiv ist klar: Unternehmen wie Facebook und Google vertrauen weitgehend auf quelloffene Software, ihr Geschäftsmodelle sind davon abhängig.

"Wir möchten ausloten, wie wir das Qualitätsniveau der großen Open-Source-Projekte in der Welt weiter anheben können", nennt Jay Parikh, verantwortlich für Facebooks Infrastruktur-Unit, das Ziel. Konkret heißt das: Unternehmen sollen künftig leichter herausfinden können, welche der Tausenden von Open-Source-Produkte und -Projekte reif und zuverlässig genug sind, um im großen Stil professionell genutzt werden zu können. So sei in den vielen bei GitHub verzeichneten Projekten oft nicht erkennbar, für welche es regelmäßig Wartung und Updates gebe. Die TODO-Initiatoren möchten die reifen, für den professionellen Einsatz geeigneten Projekte künftig als "TODO-approved" kennzeichnen.

Jay Parikh, verantwortlich für Facebooks Infrastruktur-Unit
Jay Parikh, verantwortlich für Facebooks Infrastruktur-Unit
Foto: IDGNS

Ein anderes Ziel ist es, einen formalen Weg für Facebook und seine Mitstreiter zu schaffen, um Tipps zum Deployment von Open-Source-Produkten auszutauschen. Heute laufe diese Art der Kommunikation meist informell ab. Unternehmen, auch solche ohne Internet-Background, sollen es mit dem TODO-Projekt leichter haben, sich das nötige Wissen anzueignen. TODO biete zudem einen Plattform, wo Mitglieder Tools austauschen könnten, die sie für das Management von Open-Source-Projekten entwickelt haben. Es gebe keinen Sinn, hier das Rad immer wieder neu zu erfinden.

Zu den Gründungsmitgliedern der TODO-Initiative gehören neben Facebook, Twitter, Google und Box auch die Walmart Labs, Dropbox, die Khan Academy, Stripe, Square und GitHub. TODO bezeichnet sich als "offen für jedes Unternehmen, das größere Mengen an Open-Source-Software entwickelt und freigibt", schreibt Facebook-Entwickler James Pierce in einem Blog-Eintrag.

Facebook machte die Ankündigung auf seiner Konferenz @Scale, an der Unternehmen mit einem webzentrischen Geschäftsmodell teilnehmen und sich über Technik und betriebliche Abläufe austauschen. (hv)