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Kosten steigen kräftig an

Facebook verdient weniger

30.07.2015
Das Online-Netzwerk Facebook steigert den Umsatz weiter deutlich - allerdings auch die Ausgaben. Das belastet den Gewinn. Anleger reagierten zunächst skeptisch auf den Quartalsbericht.

Facebook hat im zweiten Quartal deutliche Abstriche beim Gewinn machen müssen. Der Überschuss sank von April bis Juni um gut neun Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf 719 Millionen Dollar (653 Millionen Euro), wie das Online-Netzwerk am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte.

Facebooks künftiges Data Center in Fort Worth im Rendering
Facebooks künftiges Data Center in Fort Worth im Rendering
Foto: Facebook

Die Ausgaben stiegen kräftig um 82 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Der Konzern hatte bereits eine Investitionsoffensive angekündigt, er steckt unter anderem viel Geld in Rechenzentren. Dass die Kosten so stark zulegen würden, hatten Analysten aber nicht kommen sehen.

Der Umsatz kletterte um 39 Prozent auf 4 Milliarden Dollar und übertraf damit die Prognosen der Wall Street. "Es war ein weiteres starkes Quartal für unsere Community", kommentierte Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Zahlen.

Die weltweite Zahl der Nutzer, die mindestens einmal im Monat bei Facebook vorbeischauen, stieg im Juni um 13 Prozent zum Vorjahr auf 1,49 Milliarden. Die besonders wertvollen täglich aktiven User nahmen um 17 Prozent auf 968 Millionen zu.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Foto: Facebook

Der Trend zur mobilen Nutzung hält an. Inzwischen greifen 844 Millionen Mitglieder täglich von Smartphones und Tablets auf den Dienst zu - das waren 29 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Werbeeinnahmen - Facebooks wichtigste Geldquelle - stiegen im letzten Quartal um 43 Prozent zum Vorjahr auf 3,8 Milliarden Dollar. Etwa 76 Prozent davon werden mittlerweile auf mobilen Geräte erwirtschaftet.

Auch wenn Gewinn und Umsatz die Markterwartungen übertrafen, drehte die Aktie nachbörslich zunächst ins Minus. Analysten nannten den starken Anstieg der Ausgaben als möglichen Grund. (dpa/tc)