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Gruscheln

Facebook und die VZ-Gruppe begraben das Kriegsbeil

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Facebook und die zu Holtzbrinck gehörende VZ-Gruppe haben ihre Rechtsstreite beigelegt.

Die Betreiber der sozialen Netzwerke Facebook und studiVZ hätten sich darauf geeinigt, ihren Rechtsstreit zu beenden, heißt es in einer Pressemitteilung. Beide Unternehmen kommen demnach überein, ihre jeweiligen Forderungen in den USA beziehungsweise in Deutschland zurückzuziehen, und dürfen im Rahmen der Vereinbarung ihre jeweiligen Netzwerke unverändert weiterbetreiben. Facebook erhält im Zuge der Einigung eine Zahlung; weitere Einzelheiten wurden nicht veröffentlicht.

Facebook hatte studiVZ in separaten Klagen in den USA und Deutschland beschuldigt, seine Plattform schlicht abgekupfert zu haben. Die Ähnlichkeiten waren auch bis in den Quellcode hinein offensichtlich. In Deutschland gab es dazu kürzlich bereits ein eher groteskes Gerichtsurteil, in dem das LG Köln im Wesentlich befand, Facebook sei seinerzeit nicht schützenswert weil hierzulande noch kaum bekannt gewesen sei. Zu einer echten Beweisaufnahme war es dabei erst gar nicht gekommen.

Die StudiVZ Ltd. mit ihren Satelliten schuelerVZ und meinVZ gehört mittlerweile dem Verlagsriesen Holtzbrinck, der dafür geschätzte 85 Millionen Euro hingeblättert hat und sich seither um eine Monetarisierung der klickreichen Properties bemüht. Weil diese nicht so recht gelingen will, gab es auch immer wieder Gerüchte, Holtzbrinck wolle sich von der VZ-Gruppe trennen. Ob nun Holtzbrinck den Vergleich mit dem US-Wettbewerber bezahlt oder die einstigen Gründer um Ehssan Dariani persönlich in ihre nach dem Verkauf prall gefüllten Geldbörsen greifen müssen, kann man nur spekulieren.