Apple-Tablet

Experten warnen Inhalte-Anbieter vor zu hohen Erwartungen an das iPad

12.05.2010
Für Verlage und Inhalte-Anbieter galt Apples iPad schon lange vor seinem Marktstart in Deutschland als großer Hoffnungsträger und Retter aus der Krise.

Doch auf der Internet- und Medien-Konferenz Next10 in Berlin haben Experten vor überhöhten Erwartungen gewarnt. Mobile Internet-Geräte wie das iPad schaffen nicht nur neue Geschäftsmodelle, sondern öffnen den Markt auch einem völlig neuen Wettbewerb.

Medienhäuser wie Axel Springer setzen große Hoffnungen auf das iPad.
Medienhäuser wie Axel Springer setzen große Hoffnungen auf das iPad.

Auf den unterschiedlichen Plattformen wie iPad, Smartphone und Computer treten mit Internet-Konzernen wie Amazon oder Google ganz neue Konkurrenten für traditionelle Content-Anbieter auf den Plan, sagte Donata Hopfen von Bild digital am Mittwoch in Berlin. "Das ist eine völlig andere Wettbewerbs-Landschaft."

Nach dem großen Hype, der um das neue Gerät gemacht wurde, werde das "Tal der Ernüchterung" unweigerlich noch kommen, sagte Christoph Dernbach, Chefredakteur der dpa-infocom. Einen Retter für die Print-Branche sieht auch Helmut Hoffer von Ankershoffen, Erfinder des Berliner "iPad-Konkurrenten" WeTab, in der neuen Geräte-Kategorie nicht. Noch sei zum Beispiel völlig offen, wer auf den neuen Plattformen das Geld etwa mit Anzeigen verdient. Den Anzeigenmarkt könnten durchaus auch die Plattformbetreiber für sich entdecken und die Verlage leer ausgehen lassen.

Branchenbeobachter sind sich einig, dass das iPad und ähnliche Internetgeräte künftig den Markt für Medien wie Bücher, Zeitungen oder Videos völlig umwälzen wird. Für Medienschaffende werden damit aber auch ganz neue Möglichkeiten entstehen, schätzt Steve Rubel, Direktor bei der PR-Agentur Edelman und bekannter Blogger. Der soziale Faktor werde dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Mit der Möglichkeit, soziale Netzwerke zu knüpfen und Medien untereinander auszutauschen und zu kommentieren, würden sich künftig auch die Medien-Formate grundlegend ändern. Bücher könnten damit zu sozialen Medien werden. Denkbar seien zum Beispiel auch Romane, die je nach dem, wo und wie schnell sie gelesen werden, unterschiedlich ausgehen. "Bücher werden eine Revolution erleben, genauso wie Filme", ist sich Rubel sicher. (dpa/tc)