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Ex-Worldcom-Gründer Ebbers verliert (fast) alles

12.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Tage des ehemaligen Worldcom-Gründers und -CEOs Bernard Ebbers in Freiheit und Luxus sind gezählt. Ein Bundesrichter genehmigte am gestrigen Montag den in einer Sammelklage gegen den 63-Jährigen angebotenen Vergleich. Der Vorschlag sieht vor, dass Ebbers eine Anzahlung von fünf Millionen Dollar leistet und schließlich fast alle seine Vermögenswerte an einen Entschädigungsfonds für ehemalige Aktionäre des TK-Konzerns transferiert. Dazu zählen laut Presseberichten Ebbers' Millionenhaus in Clinton, Mississippi, eine Steuergutschrift, seine Beteiligung an einer Holzfirma, Waldungen, eine Speditionsgesellschaft, eine Marina, ein Golfplatz, eine Getreidespeicherfirma, eine Reisfarm, ein Hotel sowie andere Immobilien (siehe auch:"Ebbers übergibt Vermögenswerte an Entschädigungfonds").

Am morgigen Mittwoch wird außerdem das Urteil in dem Strafprozess gegen Ebbers bekannt gegeben. Dabei drohen dem Worldcom-Gründer wegen seiner Rolle bei größten Bilanzfälschungsskandal in der US-Geschichte bis zu 85 Jahre Haft (siehe auch: "Ebbers in allen Punkten schuldig gesprochen").

Nachdem die Bilanzbetrügereien 2002 bekannt geworden waren, war Worldcom in ein Insolvenzverfahren geraten. Später kam das Unternehmen aus dem Insolvenzverfahren heraus und firmierte in MCI um. MCI wird aktuell von dem Telekom-Riesen Verizon Communications übernommen. (mb)