Europäer sind ein wenig Outsourcing-müde

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Der Auslagerungsmarkt im Raum Emea lebte im dritten Quartal von der Restrukturierung. Das Neugeschäft dümpelte vor sich hin.

Mit dem "Emea TPI Index" erfasst die Sourcing-Beratung und -Marktforschung TPI regelmäßig den Wert kommerzieller Outsourcing-Verträge in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (Emea). Im dritten Quartal dieses Jahres verzeichnete die Tochtergesellschaft der Information Services Group (ISG) insgesamt 57 Verträge mit einem Einzelvolumen von mindestens 20 Millionen Euro. Der Gesamtvertragswert summierte sich auf etwa fünf Milliarden Euro.

Diese Summe klingt gewaltig, ist aber vergleichsweise mager. Sie entspricht einem Rückgang um acht Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr. Gegenüber den ersten drei Quartalen 2009 nahm der Gesamtvertragswert sogar um zehn Prozent ab.

Allerdings liegen die Outsourcing-Märkte in der Emea-Region damit noch gut im Rennen: Weltweit fiel der Vertragswert sowohl im Quartals- als auch im Jahresvergleich um mehr als 20 Prozent.

Im Gegensatz zu diesen eher bescheidenen Ergebnissen stehen die lebhaften Restrukturierungsaktivitäten: Die Zahl der Vertragserneuerungen stieg im Quartalsvergleich um 80 Prozent und im Jahresvergleich um fast 500 Prozent. Das reichte jedoch nicht, um die schwächelnden Neuabschlüsse zu kompensieren: Sie sanken gegenüber demselben Quartal des Vorjahres um 45 Prozent.

Bernd Schaefer, Partner und Managing Director von TPI Deutschland, prognostiziert für das kommende Jahr ein erneutes Marktwachstum für die gesamte Region: "Berücksichtigt man die Zahl der Verträge, die zur Erneuerung anstehen, erwarten wir für 2011 wieder eine größere Anzahl von Vertragserneuerungen."(qua)