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Europa-Zertifikat für IT-Ausbildung

20.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bis zum Jahr 2005 wird Europa voraussichtlich zusätzliche 1,5 Millionen Computerfachkräfte benötigen - vorausgesetzt, das jährliche Wachstum bei der Beschäftigung von IT-Kräften in Führungspositionen liegt bei zehn Prozent. Zu dieser Prognose kam der europäische IT-Dachverband CEPIS (Council of European Professional Informatics Societies) in einer aktuellen Studie, bei der insbesondere die IT-Arbeitsmarktlage in Deutschland, Irland, Schweden und Großbritannien genauer unter die Lupe genommen wurde.

Laut CEPIS-Report arbeiten mehr als die Hälfte der europäischen IT-Beschäftigten nicht im IT-Kernbereich der Systemausstattung und haben ihre Kenntnisse häufig nicht über eine umfassende Informatik-Ausbildung, sondern erst im Rahmen ihrer Tätigkeit erworben. Mit dem so genannten EUCIP-Zertifikat (European Certificate for Informatics Professionals) will CEPIS dem drohenden Defizit in Sachen IT-Know-how vorbauen und eine europaweite Standardisierung der IT-Ausbildung vorantreiben. Paneuropäische Vereinbarungen, die es Arbeitskräften ohne Studienabschluss in der Informationstechnologie erlauben, weiteres Fachwissen in diesem Bereich zu erwerben und sich entsprechend zertifizieren zu lassen, sind nach Meinung CEPIS-Präsident Wolffried Stucky dringend erforderlich. Die zweistufige EUCIP-Zertifizierung sieht einen 400-stündigen Basiskurs sowie einen Spezialisierungskurs vor, der weitere 800 Stunden in Anspruch nehmen soll. In Deutschland, Großbritannien,

Italien, Irland, Norwegen, Finnland und Griechenland wird das neue CEPIS-Konzept derzeit auf seine Tauglichkeit getestet. (kf)