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IT-Investitionen in Europa

Euro-Krise bremst IT-Ausgaben

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Während in Amerika und Asien die IT-Ausgaben steigen, gehen die IT-Budgets der europäischen Unternehmen zurück. Nach einer aktuellen Forrester-Studie seien stagnierende Ausgaben in diesen und im kommenden Jahr der beste Fall, auf den die IT-Abteilungen hoffen könnten.
Forrester Analyst Andrew Bartels rechnet mit rückläufigen IT-Ausgaben in Europa.
Forrester Analyst Andrew Bartels rechnet mit rückläufigen IT-Ausgaben in Europa.
Foto: Forrester Research

Die Schuldenkrise macht auch vor den IT-Ausgaben nicht halt: Nach Berechnungen des Analysten Andrew Bartels von Forrester Research stehen den IT-Abteilungen europäischer Unternehmen schwere Zeiten bevor. Danach wird der Anteil Europas an den weltweiten IT-Ausgaben (berechnet in US-Dollar) in den Jahren 2012 und 2013 um sechs Prozent sinken, während Asien und Amerika im gleichen Zeitraum jeweils um die gleiche Prozentzahl zulegen.

Berechnet in Euro erwartet Bartels ein minimales Wachstum von 1,2 Prozent für alle Ausgaben-Segmente außer für Outsourcing, Hardware-Wartung, Consulting und Integrations-Dienstleistungen, die (in lokaler Währung) um etwa drei Prozent zulegen könnten.

„Das wahrscheinlichste Szenario ist ein Fast-Nullwachstum oder sogar eine Rückgang in 2012, abhängig vom jeweiligen Land“, sagt Bartels. „Der schlimmste Fall ist der Zusammenbruch des Euro und eine daraus resultierende Depression.“ Dabei sei es sehr wahrscheinlich, dass es den Europäern gelingt, den schlimmsten Fall abzuwenden, aber selbst dann würden die IT-Ausgaben im Jahre 2012 – berechnet in Euro – lediglich um magere 0,3 Prozent steigen. Lediglich im IT-Outsourcing werde es eine „sichtbare, wenn auch nur mäßige“ Steigerung um etwa 3,3 Prozent geben.

Das Bild verdüstere sich aber vollend, wenn man die Ausgaben in US-Dollar berechne: „Dann sehen wir in allen Segment einen Einbruch bei den Investitionen“, sagt Bartels. Die Ausgaben für Software fielen um 5,2 Prozent, für Hardware um 6,8 Prozent und für Kommunikations-Equipment sogar um 8,4 Prozent.