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EU will Junk-Mails Einhalt gebieten

05.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Den Empfängern von "Junk-Mails" entstehen nach einer jetzt in Brüssel vorgelegten Studie jährlich weltweit Telefonverbindungs-Kosten in Höhe von schätzungsweise zwanzig Milliarden Mark. Die Europäische Kommission will deshalb gegen die wachsende Flut unerwünschter Werbe-E-Mail vorgehen.

Eine einzige Cyber-Marketing-Firma sei beim heutigen Stand der Technik in der Lage, täglich eine halbe Milliarde personalisierter Werbe-E-Mails über das Internet zu verschicken, so der zuständige EU-Binnenmarkt-Kommissar Frits Bolkestein. Informationen über Verbraucher würden bei Internet-Transaktionen oder Website-Besuchen gesammelt.

Die EU-Kommission untersucht nun, ob die bestehenden beiden EU- Richtlinien zum Datenschutz auch gegen "Spam-Mails" ausreichen. Der beste Weg ist es laut der Kommission, wenn Internet-Benutzer dem Empfang von Werbe-E-Mail explizit zustimmen müssten. Dieses "Opt-In"-Verfahren ist bereits in Deutschland, Österreich, Dänemark, Finnland und Italien Pflicht. Allerdings würden die Datenschutzrichtlinien in verschiedenen EU-Mitgliedsländern unterschiedlich angewendet.