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EU will die Einführung von IPv6 beschleunigen

19.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der EU-Ministerrat hat sich gestern für eine beschleunigte Einführung des weiträumigeren Netzadress-Protokolls "IPv6" ausgesprochen. Ein noch zu entwickelnder Aktionsplan soll verhindern, dass sonst im Jahre 2005 (so schätzt jedenfalls die EU-Kommission) die Internet-Adressen ausgehen. Mit der aktuellen Version des Internet Protocol lassen sich gut vier Milliarden Adressen vergeben.

Technisch besteht eine Internet-Adresse heute aus einer 32-Bit-Zahl. Dabei werden jeweils vier dreistelligen Gruppen durch Punkte voneinander getrennt, beispielsweise 217.110.94.51 für die alphanumerische Entsprechung www.computerwoche.de. IPv6 verwendet stattdessen 128 Bit. Damit ließen sich mehr IP-Adressen vergeben "als es Sandkörner an den Stränden der Welt gibt", so die EU-Kommission.

Jedes mit dem Internet verbundene Gerät benötigt eine individuelle Adresse, damit die an es adressierten Datenpakete auch zugestellt werden können. Da inzwischen aber längst nicht mehr nur Computer, sondern auch PDAs, Handys und sogar Kühlschränke und Waschmaschinen ans Netz drängen, stößt der in der Frühzeit des Internet noch für mehr als ausreichend gehaltene Adressraum von IPv4 langsam, aber sicher an seine Grenzen. (tc)