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EU verhindert Microsofts Monopolbestreben bei Kabelnetzen

19.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Europäische Kommission beabsichtigt, die Untersuchungen gegen den US-Konzern Microsoft im Zusammenhang mit dem Einsatz der Settop-Box-Technik bei Kabel-TV-Firmen in Europa abzuschließen. Microsoft hat sich bereiterklärt, die technischen Entscheidungen der mit dem Unternehmen zusammenarbeitenden Netzbetreiber nicht zu beeinflussen. Die so genannten "Technology Boards", die diesbezüglich im Verdacht standen, sollen abgeschafft oder so verändern werden, dass deren Empfehlungen für die Unternehmen nicht mehr bindend sind. Damit sei die Gefahr ausgeräumt, Microsoft könnte sich eine monopolartige Stellung bei der technischen Ausstattung digitaler Kabelnetze in Europa verschaffen.

Hintergrund der Zusage war eine Untersuchung mehrerer Microsoft-Kabelnetzbeteiligungen in der EU. Durchleuchtet wurden dabei unter anderem die Beteiligungen von Microsoft an den Breitband-Kabelbetreibern UPC (Niederlande) und NTL (Großbritannien). Bereits im vergangenen Jahr hatte der Konzern zugesagt, seinen Anteil der gemeinsam mit der AT&T-Tochter Liberty Media ausgeübten Kontrolle über den britischen Kabelfernsehbetreiber Telewest in eine Minderheitsbeteiligung umzuwandeln (Computerwoche online berichtete).